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Alte Helden von Hannah Steenbock

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Majestätisch ziehen die Sterne auf dem großen Bildschirm vorbei und hinterlassen den Eindruck, durch eine riesige Panoramascheibe direkt in den Weltraum zu blicken, obwohl die Brücke geschützt im Inneren des mächtigen Schiffes liegt. Captain James Tiberius Kirk wendet sich dennoch ab und nimmt seine Wanderung auf der kleinen Fläche vor dem Sitz des Kommandanten wieder auf. Nicht dass ihn dieses Bild nicht faszinieren würde, obwohl er es schon seit langen Jahren kennt. Doch seine Gedanken lassen ihm nicht die Ruhe, den Sternenbahnen längere Zeit zuzusehen.

Er bleibt stehen und blickt auf die Kadetten, die die beiden Sitze vor dem Bildschirm füllen. Noch immer kann er sich ihre Namen nicht merken, und eigentlich macht ihm das schon fast nichts mehr aus.

Eine verdammte Altherrentour, denkt er schlecht gelaunt und sieht sich auf der Brücke um. Zuerst fällt sein Blick auf den Rücken der Frau, die wie immer die Kommunikationsstation besetzt. Sie wendet den Kopf und erwidert seinen Blick, fast so als ob sie gespürt hätte, dass er sie angesehen hat. Vielleicht kann sie es wirklich nach diesen vielen Jahren. Kirk lächelt, und das antwortende Heben ihrer Mundwinkel verleiht ihrem würdevollen, dunklen Gesicht einen milden Zug.

Wir sind ein Team von alten Hasen und werden demnächst ausgemustert, geht es durch Kirks Kopf, während sein Blick weiter über die Brücke wandert. Dort sitzt der Wissenschaftler, der schon seit so langer Zeit gleichzeitig sein erster Offizier ist. Längst hätte er ein eigenes Kommando verdient, mehr als verdient, aber nein, der halsstarrige Vulkanier musste ja immer darauf bestehen, hier auf der Enterprise zu bleiben.

Kirk seufzt. Im Grunde seines Herzen ist er froh, sich nicht mehr an einen neuen ersten Offizier gewöhnen zu müssen. Spock und er haben so viel zusammen erlebt, dass sie sich besser kennen als so manches altgediente Ehepaar. Der Gedanke lässt seine Mundwinkel ein wenig nach oben zeigen.

Er nimmt seine Wanderung wieder auf, wendet wie immer kurz vor der massiven Wand, die die Brücke vom Rest des Schiffes trennt. Ein weiteres Mal fällt sein Blick auf die beiden jungen Kadetten.

Unvermittelt vermisst er seine Freunde Sulu und Chekov. Aber die beiden führen längst ihre eigenen Schiffe, sind erfahrene Captains, auf Missionen an der neuen Grenze zum Betaquadranten unterwegs. Fast ist er neidisch auf die Jahre, die sie weiterhin im Dienst verbringen werden.

Noch immer ist er sich nicht sicher, ob die Herren und Damen im Sternenflottenhauptquartier ihm das Gefühl geben wollten, doch noch gebraucht zu werden, indem sie ihm diese grünen Kadetten auf das Schiff geschickt haben. Er verschränkt die Hände hinter seinem Rücken. Erst reduzieren sie die Mannschaft unter das Minimum, dann versetzen sie einen Haufen junger, unerfahrener Männer und Frauen auf sein Schiff.

Ein bitteres Lächeln zeigt sich auf seinem Gesicht, in dem ein Leben voller Abenteuer Spuren hinterlassen hat. Hohe Verantwortung, Ehre, hatten sie gesagt, überaus wichtige Funktion. Letzter Teil der Ausbildung, erste Erfahrungen unter einem berühmten Captain, das richtige Vorbild, auch diese Floskeln waren gefallen. Er macht sich nichts vor. Dies ist ihre Abschiedsrunde durch die ruhige Nachbarschaft, eine Reise ohne jedes Risiko. Sie wollen weder die Kadetten noch die alte Besatzung des ehemaligen Flaggschiffes der Sternenflotte aufs Spiel setzen. Und deswegen fliege ich hier völlig sinnlos in hübschen Schleifen durch den Hinterhof der Föderation. Seine Augen werden für einen Moment schmal.

So ist es eben kurz vor der Pensionierung, versucht er sich zu trösten. Sie trauen dir nur noch zu, auf einen Haufen junger Hüpfer aufzupassen. Er dreht sich wieder auf dem Absatz herum, nimmt die Wanderung wieder auf. Resolut zwingt er sich, daran zu denken, was nach dieser letzten Reise kommen wird. Die kleine Farm, die er sich gekauft hat, die Pferde, die er züchten will, die Ruhe. Bedrückende Ruhe, so will es ihm hier erscheinen.

An der Kommunikationskonsole hebt Uhura unvermittelt ihren Kopf. Kirk hält in seiner Wanderung inne. Sie sieht ihn an, und sofort weiß er, dass die eintönige Routine dieses letzten Fluges ein Ende hat.

"Ich empfange einen Notruf, Captain."

Beinahe lächelt er. Hat das Sternenflottenkommando etwa einen Notfall für die Kadetten inszeniert? Man wird es sehen. Sie haben auf jeden Fall vergessen, ihn davon in Kenntnis zu setzen.

"Auf den Schirm."

Uhura schüttelt den Kopf. "Es ist noch zu schwach."

"Peilung?"

"15 Punkt 45", kommt die rasche Antwort.

"Neuer Kurs, Mr. ...." Noch immer fällt ihm der Name nicht ein, und jetzt ärgert er sich doch darüber.

"Ist angelegt, Sir", antwortet die junge Frau mit dem kurzen Haarschnitt effizient.

"Johannson", flüstert eine Stimme hinter Kirk. Natürlich. Sein erster Offizier hat keine Schwierigkeiten, sich Namen zu merken. Er seufzt und lässt sich in seinen Kommandositz fallen.

Trotz der Trägheitsdämpfer kommt es Kirk vor, als ob er spüren könnte, wie sich das massive Raumschiff in die Kurve legt. Er lächelt und betrachtet die gekrümmte Bahn, die die Sterne für einen Moment ziehen. Sein wunderbares Schiff, es wendet wie immer auf dem Teller. Sein Schiff. Noch. Das Lächeln verblasst.

"Signal wird stärker", verkündet Uhuras weiche, klare Stimme kurze Zeit darauf.

"Auf den Schirm."

Das Sternenfeld verschwindet, wird durch ein Bild ersetzt. Flimmernde, rasch von unten nach oben wandernde Streifen verhindern, dass er erkennen kann, wer dort spricht, aber Uhura hat offenbar das Tonsignal verstärkt, denn die heisere Stimme ist deutlich zu verstehen.

"Hilfe. Hilfe. Wir immer uns hört, bitte. Piraten. Lebenserhaltung auf Minimum. Hilfe." Die Person klingt erschöpft, doch unermüdlich beginnt sie erneut ihren Notruf.

"Hier ist die Sternensegler. Wir bitten um Hilfe."

Kirk gibt Uhura ein Handsignal. Sie nickt.

"Hier ist Captain Kirk von der Enterprise. Wir hören Sie."

Eine schemenhafte Figur auf dem Bildschirm richtet sich auf.

"Endlich! Hier ist Jonash Treng von der Sternensegler. Wir brauchen Ihre Unterstützung. Dringend."

"Wir sind unterwegs. Aber Sie haben etwas über Piraten gesagt", fährt Kirk fort. "Können Sie das genauer ausdrücken?"

"Das Schiff ist angegriffen worden", erklärt Treng.

In diesem Moment öffnet sich mit einem Zischen die Tür des Liftes. Kirk muss nicht einmal den Kopf drehen, um zu wissen, wer nun die Brücke betritt. Mit Sicherheit ist ihm die unerwartete Kursänderung nicht entgangen.

"Ruhe, Pille."

"Wir haben mindestens ein Dutzend Verletzte", berichtet der Mann von der Sternensegler. "Ein Teil des Schiffes hat Druckverlust und ist abgeschottet worden. Ich weiß nicht, ob dort jemand überlebt hat, aber es ist nicht wahrscheinlich. Wie lange brauchen Sie, um hier zu sein?"

"Zweiunddreißig Minuten und siebzehn Sekunden." Kirk verbirgt ein Schmunzeln hinter seiner Hand, mit der er über sein glattrasiertes Kinn streicht. Spock, natürlich.

"Gut." Unendliche Erleichterung in der Stimme von Treng.

Das Bild wird klarer, die Streifen wandern langsamer über den Schirm, Details werden sichtbar. Jonash Treng steht auf einer kleiner Brücke, hält sich am Kommandositz fest. Im Sitz selbst liegt eine Frau, die Brandspuren eines Phasertreffers ziehen sich über ihre Kleidung.

"Haben Sie Schilde?" Das ist McCoy, und Kirk weiß genau, worauf diese Frage abzielt.

Treng schüttelt den Kopf. "Negativ. Alle Energie wird für die Lebenserhaltung gebraucht."

Kirk und McCoy tauschen einen Blick. Ohne ein Wort verschwindet der Doktor im Turbolift. Zischend schließt sich die Tür hinter ihm. Nur der junge Kadett neben Mr. Johannson sieht ihm nach. Noch immer ist Kirk sein Name nicht eingefallen.

"Wie viele Personen?", fragt er seinen ersten Offizier.

"Ich empfange Lebenszeichen von einundzwanzig Humanoiden, allerdings sind einige sehr schwach." Er dreht den Stuhl herum und sieht seinen Captain an. Dann hebt er vielsagend eine Augenbraue. "Transporterreichweite erreicht."

"Wir beamen Sie an Bord", kündigt Kirk der Sternensegler an.

"Einverstanden." Treng klingt sehr müde.

Auf dem Schirm kann Kirk verfolgen, wie sich der Mann über die Frau im Kommandosessel beugt, sie in seine Arme hebt und sich dann im Transporterstrahl auflöst.

"Wir haben sie", kommt kurz darauf die Meldung aus dem Transporterraum.

"Mr. Johannson, gehen Sie längsseits der Sternensegler in Parkposition. Spock, Sie haben die Brücke. Ich bin in der Krankenstation."

Nur wenig später schieben sich die beiden Halbtüren des Turboliftes neben der Krankenstation auseinander. Kirk betritt mit schnellen Schritten und festem Blick das Reich von Doktor McCoy und Schwester Chapel. Hier werden sie herausfinden, ob diese Geschichte nicht nur eine Übung für die Kadetten ist. Einen Moment hält er inne. Das Stöhnen der Verletzten klingt echt.

Als er sich einem Krankenbett nähert, richtet sich McCoy auf und verstaut seine Geräte in dem dafür vorgesehenen Koffer, der sie automatisch sterilisieren wird.

"Wie sieht es aus, Pille?"

"Diejenigen, die wir hier haben, werden es schaffen. Aber sie berichten von vielen Toten."

Kirk nickt. Soviel also zu seiner Vermutung, das Ganze könnte ein Spiel der Leute im Sternenflottenkommando sein. Er schämt sich fast dafür, denn während er mit seinem Schicksal hadernd auf der Brücke auf und ab gelaufen ist, sind auf der Sternensegler Menschen gestorben.

Er macht eine kleine Runde durch die Krankenstation und bleibt schließlich bei Jonash Treng stehen. Der Mann wirkt noch erschöpfter als auf dem Hauptschirm der Brücke. Falten durchziehen sein Gesicht.

"Ich danke Ihnen, Captain, für Ihr rechtzeitiges Erscheinen und Ihre schnelle Hilfe", sagt Treng leise und blickt wieder auf die Frau hinunter, neben deren Bett er steht. "Sie hätte nicht mehr viel Zeit gehabt."

"Dafür ist die Sternenflotte da", antwortet Kirk großzügig. "Und Doktor McCoy ist sehr erfahren."

Ein durchdringender Pfeifton kündigt einen Ruf an. Beide Männer halten inne.

"Brücke an Captain", erklingt Uhuras Stimme.

Kirk wirft Treng einen entschuldigenden Blick zu und begibt sich in das Büro des Doktors. McCoy erscheint einen Moment später und setzt sich auf die Kante seines Schreibtisches.

"Kirk hier. Was gibt es, Uhura?"

"Ich habe soeben einen Funkruf auf einer gesicherten Frequenz vom Sternenkreuzfahrtschiff Terra Mobilis erhalten. Offenbar sind sie gestern von denselben Piraten angegriffen worden, die auch hier zugeschlagen haben. Die Mannschaft des Kreuzfahrers hat sich erfolgreich gewehrt, es hat weder unter der Besatzung noch unter den Passagieren Opfer gegeben, aber sie haben zuerst die Schäden an ihren Antennen reparieren müssen, um Hilfe holen zu können, und treiben immer noch antriebslos im Raum. Die Terra Mobilis bittet uns, in der Region zu patrouillieren und ihnen im Falle eines weiteren Angriffes beizustehen."

Kirk nickt, obwohl sie ihn nicht sehen kann. "Wir werden uns aufmachen, sowie wir die Toten aus dem Schiff geborgen haben." Er holt tief Luft. "Ich komme auf die Brücke."



Es ist eine traurige Pflicht, die das Team der Sicherheit auf der Sternensegler erfüllen muss. Die Männer und Frauen durchforschen in Raumanzügen das zerstörte Schiff, dokumentieren mit Tricordern die Spuren des Kampfes und befestigen Transportermarker an den Leichen, die sie finden. Scotty hat es sich nicht nehmen lassen, die Schäden der Sternensegler persönlich zu untersuchen, doch auch er kommt zu dem Ergebnis, dass das kleine Schiff nicht mehr zu reparieren ist. Viel Zeit bleibt ihnen nicht für diese Aufgaben, sie können den Kreuzfahrer nicht noch länger unbewacht dem Risiko eines weiteren Angriffs der Piraten aussetzen.



Wieder wandert Kirk unruhig auf seiner Brücke hin und her. Sie haben fast einen Tag gebraucht, um alle Toten zu bergen, länger als er geplant hatte. Nun befinden sie sich auf einem direkten Kurs zum Kreuzfahrer. Wegen der intensiven Scans, die sie durchführen, um mit Glück die Piraten zu orten, wird es einen weiteren halben Tag dauern, bis sie dem angeschlagenen Schiff und vor allem seinen Passagieren die Sicherheit bieten können, die hier in dieser abgelegenen Region der Föderation eigentlich selbstverständlich sein sollte.

Piraten. In diesem Sektor. Das hat es seit einigen Jahrzehnten nicht mehr gegeben, denn die reichen Rohstoffvorkommen sind ausgebeutet. Die Planten und Sonnensysteme können nicht mehr viel bieten außer ihrer Landfläche und der Schönheit ihrer wieder hergestellten Natur. Ein Paradies für Freizeitjäger, Extremsportler und Pensionäre, die ihre letzten Tage friedlich verbringen wollen, aber kein lohnendes Ziel für Beutezüge. Kirk schüttelt den Kopf.

Er lässt sich in seinen Kommandosessel fallen, ruft McCoys Bericht auf. Wenigstens gibt es gute Nachrichten aus der Krankenstation. Bis auf die Frau mit der schweren Phaserverbrennung sind alle Geretteten wieder auf den Beinen.

Kirk erhebt sich entschlossen aus seinem Sitz.

"Zwei Männer der Sicherheit sollen mich in der Krankenstation treffen", ordnet er an, dann übergibt er die Brücke an Spock und tritt in den Turbolift.

In der Krankenstation begrüßt er Jonash Treng und die anderen Personen, die sie von der Sternensegler gerettet haben. Nun kann Kirk erkennen, dass es sich um eine gemischte Gruppe aus Humanoiden unterschiedlichster Herkunft handelt. Sogar einige Kinder sind unter ihnen.

Treng lächelt ihm zu. "Was kann ich für Sie tun, Captain?", fragt er zuvorkommend.

"Doktor McCoy hat mich informiert, dass Sie die Krankenstation verlassen können, mit einer Ausnahme." Er wirft einen raschen Blick auf das einzige Bett, das noch belegt ist. "Daher möchte ich Ihnen den Aufenthalt auf der Enterprise so angenehm machen, wie möglich. Würden Sie mich und meine beiden Männer begleiten, so dass ich Ihnen Ihre Quartiere zeigen kann?"

"Selbstverständlich", antwortet Treng und sieht sich nach den Mitgliedern seiner Gruppe um. "Wir würden es allerdings begrüßen, nahe beieinander untergebracht zu werden."

"Das ist kein Problem. Wenn Sie mir folgen würden? Es ist nicht sehr weit."

Kirk wendet sich zum Gehen. Treng bleibt neben ihm, ein Mann im roten Hemd wartet, bis sich ihnen die ganze Gruppe angeschlossen hat, der zweite Mann der Sicherheit stützt eine ältere Frau, die noch nicht ganz sicher auf den Beinen ist.

Auf dem Weg zwingt sich Kirk dazu, wenigstens die Namen der beiden Sicherheitsleute aus seinem Gedächtnis zu fischen. Wie immer, lagen sie ihm fast auf der Zunge, bis er versucht hatte, sich zu erinnern. Verflucht! Dann fällt es ihm ein: Mr. Takashima und Mr. Mbareki. Insbesondere der dunkelhäutige Mann aus dem Süden Afrikas hatte sich bei den jüngsten Wettkämpfen an Bord mit seinem Geschick hervorgetan.

"Wie weit noch?", fragt Treng unvermittelt, dabei können sie kaum mehr als ein paar Minuten unterwegs sein.

Kirk setzt zu einer Antwort an, als ihn von hinten ein Schlag trifft. Er stolpert und stürzt auf den Boden, das Gewicht mehrerer Körper hält ihn fest. Er wehrt sich gegen die Hände, die ihn würgen, aber jemand hat seine Handgelenke umklammert und er kann den Angriff nicht abwehren. Die Luft wird knapp, Dunkelheit tanzt heran, wirft Schleier vor seine Augen. Er hört aus der Ferne einen gräßlichen Schrei, dann wird alles schwarz um ihn.



Das schrille, nervenaufreibende Geräusch des Alarmsignals bringt ihn zurück an den Rand seines Bewusstseins. Twierp, twierp. Roter Alarm. Sein Kopf schmerzt, die Kehle fühlt sich fürchterlich rau an. Twierp, twierp. Sie werden angegriffen. Er muss wach werden, er ist doch der Captain. Es gelingt ihm, die Augen zu öffnen. Ein Gesicht wendet sich ihm zu. Er hat es vor kurzem erst gesehen, da ist er sich sicher, aber ihm fällt der Name nicht ein. Verdammt, mit diesem schlechten Gedächtnis wird es wirklich Zeit für seine Pensionierung.

Der Alarm verstummt.

"Rühren Sie sich nicht." Die Stimme klingt scharf. Dennoch drückt Kirk eine Hand an seine pochende Schläfe.

"Was ...?", bringt er über die Lippen.

"Wenn Sie tun, was wir Ihnen sagen, geschieht Ihnen und Ihrer Mannschaft nichts."

Er blinzelt. Warum droht ihm dieser Mann? Dann kehrt unvermittelt seine Erinnerung zurück. Treng. Ja, das war der Name. Der Mann widmet ihm seine volle Aufmerksamkeit.

"Warum tun Sie das?", fragt Kirk ihn weiter.

"Das würden Sie nicht verstehen." Ein trauriges Lächeln liegt auf den Lippen von Jonash Treng. "Aber nun, wo Sie wach sind, können wir verhandeln."

"Worüber?"

Das Lächeln des Mannes vertieft sich. "Nun, über meine Forderungen natürlich."

"Warum sollte ich sie erfüllen?" Kirk bemerkt erstaunt, dass sein Verstand auf Hochtouren arbeitet, trotz der Kopfschmerzen.

"Sehen Sie einmal neben sich. Und ehe Sie wütend werden, lassen Sie mich sagen, dass es mir Leid tut. Aber er wollte unbedingt den Helden spielen."

Kirk dreht mit einer Anstrengung den Kopf. Dann muss er tief Luft holen, um die Wut zu bändigen, die in ihm machtvoll aufwallt.

Neben ihm liegt zusammengekrümmt ein Mann der Sicherheit, im roten Hemd. Mr. Mbareki, wird ihm klar, die kurzen, schwarzen Locken sind unverkennbar. Er hält die Arme über seinen Bauch gepresst und atmet flach und hastig.

"Trishas Messer ist immer scharf geschliffen. Er wollte nicht glauben, dass eine alte Frau ihre Waffe auch benutzen würde. Als er trotz ihrer Warnung seinen Phaser zog, hatte sie keine andere Wahl." Die Stimme klingt bedauernd.

"Was wollen Sie?", fragt Kirk durch die zusammengebissenen Zähne.

"Sie sind ein vernünftiger Mann, sonst würden sie kein Raumschiff kommandieren." Treng holt tief Luft. "Zuerst möchte ich, dass Marisa zu mir gebracht wird."

Natürlich, sie wäre eine Geisel für uns, macht sich Kirk klar. "Unter einer Bedingung", beginnt er zu verhandeln.

"Nein." Treng klingt hart.

"Wenn Sie uns nicht entgegenkommen, bleibt Marisa wo sie ist", gibt Kirk zurück.

"Aber Captain", tadelt der Mann. "Je mehr Zeit Sie in Verhandlungen verschwenden, desto geringer werden die Überlebenschancen für ihren Wachmann."

Kirk unterdrückt einen Fluch. In der Tat, die Zeit ist zumindest momentan auf der Seite von Treng.

"Nun gut", gibt er sich geschlagen, "Marisa wird aus der Krankenstation kommen. Aber nur, wenn Mr. Mbareki gegen sie ausgetauscht wird."

"Ah." Treng überlegt einen Moment. "Nein, so schnell gebe ich ihn nicht aus der Hand. Wenn Marisa hier ist, werden wir über ihn verhandeln."

Es gelingt Kirk, einen Blick in Trengs Gesicht zu werfen. Trotz seiner immer noch schwelenden Wut muss er über die Anspannung und den bitteren Ausdruck in dessen Augen staunen. Es gefällt ihm genauso wenig wie dir, wird ihm klar.

"Einverstanden", hört er sich aus der Ferne sagen. Stockholm Syndrom, kreischt eine innere Stimme in ihm auf. Rigoros bringt er sie zum Schweigen.

"Kirk an Brücke!", meldet er sich entschlossen.

"Captain!" In diesem einen Wort kann er die ganze Sorge von Uhura erahnen, und dennoch klingt ihre Stimme kühl und unbeeindruckt. Er ist stolz auf sie.

Treng hebt auffordernd die Augenbrauen. Kirk beißt die Zähne zusammen und fügt sich in das Unvermeidliche.

"Uhura, Doktor McCoy soll die Frau aus der Krankenstation nach ..." Er unterbricht sich. "Wo sind wir hier?"

"Shuttle Hangar Drei."

Entsetzen greift nach Kirks Herzen. Sie wollen sich mit den Shuttles absetzen, wird ihm klar. Diese Leute müssen die Piraten sein, die den Sternenkreuzfahrer überfallen haben. Und nun haben sie ihn in der Hand und wollen ihre Flucht erzwingen. Mit seinen Shuttles. Verflucht.

"Captain?", reißt ihn Uhuras Stimme aus seinen Gefühlen.

"Sie soll in den Shuttle Hangar Drei gebracht werden."

"Captain?", fragt sie nach.

"Sie haben richtig verstanden, Uhura", gibt Kirk zurück.

"Aye, Sir."

Er wartet auf das kaum wahrnehmbare Knacken, das ein Ende der Verbindung signalisiert, aber es kommt nicht. Fast kann er die dunkelhäutige Frau sehen, wie sie sich dort auf der Brücke über ihre Konsole beugt, eine Hand an dem Empfänger im Ohr gepresst, um kein Wort zu verpassen. Sie alle brauchen Informationen, wenn sie dieses Spiel gewinnen sollen, und deswegen wird er, Kirk, den Mann zum Reden bringen.

"Aber warum machen Sie das alles, Treng?", fragt er als erstes.

"Ich sagte schon, Sie würden das nicht verstehen, Captain."

"Versuchen Sie es doch einfach mal." Kirk richtet sich langsam auf, rutscht ein Stück zurück und lehnt sich an die Wand. "Wissen Sie, ich habe schon einiges in diesem Universum gesehen."

Treng lacht kurz auf. "Allerdings. Kirk, den Draufgänger, haben sie Sie genannt." Er wirft einen Blick auf den verletzten Wachmann und ein Schatten huscht über sein Gesicht. "Aber ich glaube nicht, dass Sie wissen, was echte Fürsorge ist." Nun sieht er sich in dem Hangar um, mustert seine Leute.

"Ich bin für sie verantwortlich. Und nur auf diese Weise kann ich ihnen eine sichere Heimat verschaffen."

"Aber Sie sind doch Piraten." Treng zuckt bei diesem Satz zusammen, und Kirk verflucht seine direkte Art. "Was wollen Sie mit einer Heimat?"

Der Mann, der ihn auf seinem eigenen Schiff gefangen genommen hat, seufzt tief. Nach einer Weile hebt er den Kopf und blickt Kirk in die Augen.

"Sehen Sie mich doch an", sagt er leise. "Ich werde alt. Zu alt für dieses Leben."

"Und?"

"Und deswegen werden Sie uns an einen bestimmten Ort bringen." Trengs Stimme wird wieder hart.

"Captain?", klingt Uhuras Stimme wieder aus dem Lautsprecher.

"Ja?"

"Doktor McCoy steht jetzt vor der Tür zu Hangar Drei. Er hat die Frau bei sich."

Mit einer flüssigen Bewegung steht Jonash Treng auf. Er gibt einem seiner Leute ein Handsignal. Kirk muss hilflos zusehen, wie ein Mann jemanden in einem roten Hemd hinter einem Shuttle hervorzerrt. Sie haben also auch Mr. Takashima in ihre Gewalt gebracht.

Der Pirat stellt sich vor der Tür auf, den jungen Wachmann wie einen Schutzschild vor sich haltend. Ein Messer blitzt kurz auf. Treng kommt zurück an Kirks Seite.

"Warnen Sie Ihre Leute. Ich möchte nicht, dass Ihr Mann zu Schaden kommt, aber ich kann auch nichts riskieren."

Kirk seufzt. "Uhura?"

"Ja, Captain?"

"Keine Tricks. McCoy soll sie einfach stehen lassen und wieder gehen."

"Aye, Captain."

Diesmal knackt es leicht in dem Lautsprecher. Kirk fühlt sich seltsam abgeschnitten von seiner Besatzung. Er muss nicht lange warten.

Die Tür zum Hangar öffnet sich zischend. Im Flur steht nur die Frau, die Treng eigenhändig aus der Sternensegler getragen hatte. Sie hält sich mühsam aufrecht, stützt sich an der silbern glänzenden Wand ab.

"Marisa! Komm!"

Obwohl Kirk sich sicher ist, dass es sich bei ihr um eine Piratin handelt, dass sie nicht nur einige Leben auf dem Gewissen hat, muss er gegen sein Mitleid ankämpfen, als er beobachtet, wie sie sich durch die Tür schleppt. Schwankend lehnt sie an der Wand, während sich die Hangartür schließt, dann gleitet sie auf den Boden.

Die Personen im Raum entspannen sich. Treng eilt mit langen Schritten zur Hangartür, tippt einen Code auf der Tastatur ein. Während dessen schiebt der andere Pirat Mr. Takashima zur Seite und lässt sich mit ihm neben einem Shuttle nieder.

Verdammt! Kirk ist sich sicher, dass der alte Pirat offenbar den Code eingegeben hat, mit dem Techniker die Tür versiegeln, wenn sie ein Shuttle im Vakuum des Weltraums testen wollen. Nicht einmal der Zentralcomputer kann diesen Code außer Kraft setzen. Ohne Trengs Zustimmung wird sich diese Tür nicht mehr öffnen. Da muss sich Scotty aber etwas Besonderes ausdenken. Kirk kann ihm nur helfen, indem er sich weiter mit Treng unterhält, aber er befürchtet, dass der Kanal zur Brücke nicht mehr offen ist.

Nun kümmert sich der Pirat um die Frau. Es hat etwas Rührendes, wie er sie zu seiner Gruppe bringt, wie erleichtert sie dort begrüßt wird.

Es sind brutale Mörder!, ruft sich Kirk wieder in Erinnerung. Wie um das zu bestätigen, hört er ein leises Stöhnen. Mr. Mbareki, fährt es durch ihn hindurch. Er rutscht auf den Knien zu dem verletzten Mann hinüber. Entsetzt bemerkt er das Blut, das auf dem Boden langsam eine kleine Lache bildet.

"Mr. Mbareki", spricht er ihn an. Die dunklen Augen heben sich zu ihm, Schmerz und Angst stehen in ihnen. "Ich hoffe, wir können Sie bald austauschen. Halten Sie durch." Er drückt die Schulter des Wachmannes.

Der junge Mann nickt, voller Vertrauen. Kirk schließt die Augen und unterdrückt ein tiefes Seufzen. Wenn er nur selbst so zuversichtlich wäre. Entschlossen wendet er sich wieder dem Anführer der Piraten zu.

"Treng! Ich denke, wir sollten nun über meinen Mann verhandeln", ruft er ungehalten.

Der alte Pirat hebt den Kopf, streicht der Frau noch einmal durch das Haar, erhebt sich und durchquert den Hangar. Vor Kirk lässt er sich nieder.

"Sie waren sehr kooperativ, Captain", sagt er sanft. "Ich werde Ihnen nun auch entgegenkommen." Sein Lächeln wirkt echt. "Sie können ihn austauschen. Schlagen Sie jemanden vor."

Kirk denkt hastig nach. Er hatte eine wesentlich längere Verhandlung erwartet. Wen würde er hier neben sich haben wollen? Spock, das ist sofort sein Wunsch. Aber sein erster Offizier muss auf der Brücke bleiben, die Befreiungsaktion kommandieren. Doch einen der jungen Kadetten kann er auch nicht riskieren. Er geht rasch alle seine alten Freunde durch. Scotty muss an einem Plan tüfteln, wie er hier an die Piraten herankommt, und McCoy muss in seiner Krankenstation bleiben, der junge Mbareki wird seine Erfahrung brauchen. Verdammt, er braucht sie alle auf ihren Posten. Wie hieß noch diese Frau auf der Brücke? Mr. Johannson.

"Captain an Brücke!"

"Uhura hier", kommt sofort die Bestätigung.

"Uhura, fragen Sie Mr. Johannson, ob sie bereit ist, sich als Geisel zur Verfügung zu stellen. Sie wird gegen Mr. Mbareki ausgetauscht. Er ist verletzt."

Schon nach kurzer Zeit meldet sich die Offizierin wieder.

"Mr. Johannson ist auf dem Weg, Captain. Soll ich Doktor. McCoy benachrichtigen?"

Kirk wirft einen fragenden Blick auf den Mann, der ihn gefangen hält.

"Nein, sie soll nur eine Trage in den Gang bringen", antwortet Treng, und Kirk gibt seine Anweisungen durch.

"Aye, Captain", sagt Uhura schließlich.

Kirk lehnt sich an die Wand zurück und atmet tief durch.

"Nun, Treng, wohin soll die Reise gehen? Während wir hier reden, könnte die Enterprise längst unterwegs sein."

"Sehr aufmerksam von Ihnen, Captain. Sie nehmen sich selbst die Zeit, die Ihre Mannschaft vielleicht braucht, um ihr Eingreifen vorzubereiten." Trengs feines Lächeln facht die Wut in Kirks Brust wieder an. Gut, er hat einen Fehler gemacht, aber er wollte endlich Uhura wissen lassen, welches Ziel diese Piraten ansteuern. Inständig hofft er, das leise Knacken nicht nur einfach überhört zu haben.

"Nach Kewanee Fünf." Beinahe hätte Kirk die Antwort nicht verstanden, so leise spricht der Pirat. Ihn überrascht die Sehnsucht in dessen Stimme.

"Warum Kewanee Fünf?", wiederholt er laut.

Sofort wird Trengs Blick wieder hart. "Das müssen Sie nicht wissen. Bringen Sie uns einfach dort hin."

Wieder gibt Kirk die Anweisungen an die Brücke durch, hört Uhuras Bestätigung.

"Aye, aye, Captain. Alles Gute für Sie."

Verflucht! Das war ihr Code. Jetzt ist er sich sicher, dass Spock und die anderen etwas planen, aber noch ist er selbst nicht darauf gekommen. Schon kurz darauf meldet sich Uhura erneut.

"Captain!"

"Hier!"

"Mr. Johannson steht bereit, Sir. Ist bei Ihnen alles klar?"

"Machen Sie sich keine Sorgen, Uhura."

Das Knacken macht Kirk deutlich, dass er jetzt auf sich gestellt ist. Spock hat offenbar beschlossen, dass die Piraten um jeden Preis aufgehalten werden müssen. Sie werden auf schlichte Gewalt zurückgreifen.

Treng nickt Kirk zu, steht auf und zieht den stöhnenden Wachmann auf die Füße.

"Bleiben Sie, wo Sie sind, Captain."

Kirk verfolgt mit ungläubigem Blick, wie der alte Pirat dem verletzten Mann behutsam zur Tür hilft. Während er ihm mit einem Arm aufrecht hält, gibt er mit der freien Hand den Türcode ein. Kirk beißt sich auf die Unterlippe, denn er ahnt, was jetzt kommt. Hier an der seitlichen Wand ist er in relativer Sicherheit, aber er kann nicht mehr dafür sorgen, dass Mr. Takashima in Deckung geht. Und Mr. Mbareki wird mitten im Feuer stehen.

Zischend fährt die Hangartür auf. Kirk schließt die Augen. Ein vielstimmiger Schrei verrät ihm, dass die Blendgranate erfolgreich eingesetzt wurde. Dann vernimmt er das Fauchen von Phaserschüssen. Er springt auf.

Jonash Treng bricht vor seinen Augen zusammen, fällt gemeinsam mit dem jungen Wachmann.

"Nein!", schreit ein Pirat verzweifelt auf, hebt sein Messer, zögert. Mr. Takashima windet sich aus seinem Griff, lässt sich auf den Boden fallen. Ein Phaserstrahl sticht über ihn hinweg und trifft den Piraten mit dem Messer. Auch dieser Mann bricht zusammen.

Kirk hält es nicht länger an der Wand. Geduckt läuft er hinüber, im Zickzack durch das eigene Feuer. Einmal spürt er die brennende Hitze an einem Ohr, doch er erreicht den alten Piraten unversehrt.

"Treng?"

"Ich hätte es mir denken sollen", begrüßt ihn der Mann heiser. "Ihr Sternenflottenleute stellt den Dienst über das Leben von Freunden oder Captains." Er blinzelt einige Male und hält die Luft an. Kirk vermutet, dass die Betäubung des Phaserschusses nachlässt und seine Glieder unerträglich kribbeln. "Schade. Aber den Versuch war es wert. Ein letzer Coup in meinem Leben."

"Wer sind Sie wirklich?"

"Jonash Treng, ob Sie es glauben oder nicht. Vermutlich können Sie aber mit Red Buckler mehr anfangen.

Und ob. Kirk betrachtet den Mann, der vor ihm liegt, mit völlig anderen Augen. Er gesteht sich ein, dass es keine Schande ist, von ihm in die Falle gelockt worden zu sein. Der berüchtigtste Pirat des Alpha-Quadranten befindet sich hier auf der Enterprise. In seinen Händen.

"Buckler, Sie werden für Ihre Taten büßen."

"Das glaube ich nicht." Ein leises Lächeln geht über das Gesicht des alten Mannes. "Sehen Sie, das Gift wirkt schon. Marisa und ich, wir werden nicht für einen triumphalen Prozess zur Verfügung stehen." Für einen Moment spannen sich die Muskeln an seinem Kinn, verengen sich seine Augen.

Kirk starrt ihn sprachlos an.

"Wir haben immer alles gemeinsam geplant, wir beide waren die Anführer. Aber die gute, alte Sternensegler wurde langsam rostig, wir selbst wurden alt und müde, und die Kinder sollten ein anderes Leben haben. Vielleicht können Sie das verstehen, Kirk."

"Warum der Überfall auf die Terra Mobilis?"

Wieder geht ein Lächeln über das Gesicht des sterbenden Piraten.

"Nur die Transporterstrahlen eines Schiffes der Constitution-Klasse sind stark genug, um die Atmosphäre von Kewanee Fünf zu durchdringen. Leider war die Terra zu gut bewaffnet. Ich habe versucht ..." Für einen Moment kann er nicht sprechen, kneift die Augen zu.

Kirk nickt verstehend. Deswegen brauchten sie also die Enterprise. Er wirft einen prüfenden Blick auf den dunkelhäutigen Mann im roten Hemd, der nicht weit von ihnen liegt. Er rührt sich nicht.

Der Pirat hustet trocken. "Ich hoffe, Ihr junger Heißsporn hat nicht zuviel abgekriegt." Dann schluckt er und spricht weiter, während er den Captain unverwandt ansieht.

"Nehmen Sie es mir nicht übel, Kirk", bringt er über die Lippen. "Sie schützen Ihre Leute, ich schütze meine, so gut es eben geht. Ich hoffe nur, Sie verstehen das besser, als ich es Ihnen zugetraut habe." Er schließt die Augen und atmet rau aus.

Erst nach einer Weile begreift Kirk, dass der alte Pirat nicht wieder sprechen wird. Er hebt den Kopf und sieht sich um. Der Kampf ist so gut wie beendet.

McCoy kniet neben Mr. Mbareki und hebt soeben den Blick zu seinem Captain.

"Er lebt, Jim."

Kirk kommt auf die Füße. Die restlichen Piraten haben ihren Widerstand aufgegeben. Einige von ihnen hocken mit versteinerten Mienen auf dem Boden, um eine leblose Frau herum. Mitglieder des Sicherheitspersonals halten sie mit ihren Phasern in Schach.

"Durchsucht sie, nehmt ihnen alle Waffen fort und bringt sie in die Arrestzellen", ordnet Kirk an und sieht einen langen Moment auf den Körper von Jonash Treng oder auch Red Buckler hinunter. "Doch, ich verstehe sehr gut, was Sie versucht haben", sagt er leise.



Er hat die Meldungen seiner Mannschaft zur Kenntnis genommen, den havarierten Sternenkreuzfahrer kontaktiert und von der Entwicklung der Situation benachrichtigt, den Bericht an die Sternenflotte geschrieben. Er hat Mr. Mbareki in der Krankenstation besucht und Mr. Takashima befragt. Und er hat eine Entscheidung getroffen. Ganz sicher ist er sich nicht, warum ihm das trotz aller Dienstvorschriften so leicht fiel, aber man verliert wohl im Alter den Glauben an die Paragraphen, sagt er sich. In Zukunft muss er sich nicht mehr um die Leute im Sternenflottenhauptquartier kümmern, und daher kann er sich den Luxus erlauben, in diesem Fall seiner inneren Stimme zu folgen.

Jetzt allerdings muss er sich wieder darauf konzentrieren, was er über das Sprechsystem hier an Bord den Kadetten zu sagen hat. Die Hälfte der kurzen Rede hat er offenbar schon irgendwie hinter sich gebracht. Nun ja, viel Erfahrung hat auch ihren Nutzen.

"Ich danke Ihnen allen für Ihre Tapferkeit und Ihre Entschlossenheit", fährt Captain James Tiberius Kirk fort. "Insbesondere Mr. Johannson hat ungewöhnlichen Mut gezeigt, als sie sich bereitwillig für ihren verletzten Kameraden austauschen lassen wollte. Mr. Johannson, vielen Dank."

Die junge Frau errötet und senkt ihren Blick. Sie wird nie erfahren, dass sie allein deswegen für diese Mission ausgewählt wurde, weil sich Captain Kirk an keinen anderen Namen erinnern konnte.

"Kirk, Ende." Er sieht sich auf der Brücke um und lässt sich in seinem Kommandosessel nieder.

"Sehr gut. Dann werden wir wieder unsere Patrouille aufnehmen. Die Terra Mobilis muss einen weiteren Angriff nicht fürchten, und wir haben hier noch eine Kleinigkeit zu erledigen, bevor wir zur Erde zurückkehren können."

"Captain?"

Kirk erlaubt sich ein winziges Lächeln.

"Wir werden unsere Transporterstrahlen einem Test unterziehen, denke ich."

Uhura wendet ihm ihr würdevolles Gesicht zu. Dann blinzelt sie einmal. Spock hebt eine Augenbraue. Kirk nickt und lächelt stärker.

"Kurs auf Kewanee Fünf, Mr. Johannson."


Ende


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