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STD 01 - Böses Erwachen von Adriana

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Kilari Kayn zweifelte nicht zum ersten Mal an ihrer Entscheidung, in die Sternenflotte einzutreten. Sie war nicht die richtige Person für eine Befehlshierarchie, die so wenig Raum für Eigenwilligkeiten ließ. Sie hätte promovieren und auf Trill bleiben sollen, wie es ihre Mutter ihr geraten hatte ... aber ihr Symbiont hatte andere Pläne mit ihr. Jedenfalls war der sehnliche Wunsch, zur Akademie zu gehen, erst über sie gekommen, als sie vereinigt worden war.
Es war Kayns Entscheidung, nicht ihre.
Dass sie bei der Sternenflotte unglücklich war, gestand sie nicht einmal ihren engsten Freunden. Besonders, seit sie zum „Red Squad“ gehörte ... Wie stolz sie bei ihrer feierlichen Aufnahme gewesen war! Wie geehrt sie sich gefühlt hatte, wie berauscht ... Außerdem hatte sie gehofft, endlich Freunde zu finden, die nicht von ihrer Intelligenz eingeschüchtert waren.
Aber davon gab es nur wenige. Dorianne Collins zum Beispiel. Sie war offen und freundlich und freute sich jedesmal, wenn Kilari Zeit hatte, mit ihr zu lernen. Oder der zugeknöpfte Vulkanier Skel, der in Quantenmechanik selbst eine vereinigte Trill alt aussehen ließ ...
Aber die „angesagte Clique“ um Tim Watters, Karen Ferris und Riley Shepard wollte nichts mit ihr zu tun haben. Wahrscheinlich waren sie neidisch, weil ihr durch den Symbionten vieles Wissen zufiel, wofür die anderen ganze Nächte durchpauken mussten. Sie hielten sich eben für die Besten der Besten und ertrugen es nicht, wenn jemand besser war als sie. Anders konnte sich Kilari, die zu Hause immer beliebt gewesen war, die Abneigung ihrer Kameraden nicht erklären. Gut, es gab noch diese peinliche Geschichte mit Karens Freund ... Aber war es ihre Schuld, dass der Kerl zuviel getrunken hatte und nicht mehr wusste, wohin seine Finger gehören?
Seit einigen Tagen – nicht erst seit dem Attentat – verhielten sich Watters und sein Hofstaat äußerst merkwürdig ... noch merkwürdiger als sonst. Ständig liefen sie mit wichtigtuerischen Mienen durch die Gegend, verschwanden nach dem Unterricht in irgendwelchen separaten Räumen und pinnten ein knallrotes Schild mit der Aufschrift „Bitte nicht stören“ an die Tür ... Wenn Kilari an ihnen vorbeiging, hörten ihre Gespräche sofort auf oder sie fingen an zu tuscheln und zu flüstern. Kilari fragte Dorianne und Skel, was dieser Unsinn zu bedeuten hatte – aber die beiden waren auch nicht schlauer, als sie selbst.
„Was du erzählst, deckt sich mit meinen eigenen Beobachtungen“, erklärte Skel.
„Und ich dachte, ich hätte mir das nur eingebildet.“ Dorianne schauderte. „Glaubst du, sie hocken in geheimen Besprechungen mit höheren Offizieren oder so?“
Kilari zuckte die Schultern. „Wer weiß – vielleicht spielen sie auch nur ‚Dungeons and Dragons‘. Aber sie lassen keine Gelegenheit aus, um uns zu zeigen, dass wie nicht die auserwählten Drachentöter sind. Findet ihr nicht auch?“
Zwei ereignislose Stunden später lief die Trill einem ihrer Lehrer in die Arme.
„Entschuldigung, Sir“, murmelte sie, im Begriff, sich in ihr Quartier zurückziehen.
„Ich habe einen Auftrag für Sie, Kadett.“
„Einen Auftrag? Für mich?“ Kilari kam nicht umhin, den Offizier zweifelnd anzublicken.
Er drückte ihr ein Datenpadd in die Hand. „Sie haben Abschlüsse in Systemanalytik, Angewandter Mathematik und Objektorientierter Programmierung ...“
„Ich nicht. Das war mein voriger Wirt, Vijana Kayn.“
„Aber Sie können auf Vijana Kayns Gedächtnis zurückgreifen.“
„Natürlich, Sir.“
„Das bedeutet, Sie besitzen ausgezeichnete Programmierfähigkeiten.“
„Ja, ich bin ganz gut, aber ...“
„Ich erwarte, dass Sie das hier ...“ Er deutete auf das Pad. „Spätestens bis übermorgen, 17.00 Uhr, erledigt haben?“
„Bei allem Respekt, Commander Cortéz – aber wann soll ich das schaffen?“, wagte Kilari zu protestieren.
„Sie sind natürlich vom Unterricht und allen anderen Verpflichtungen befreit.“ Commander Cortéz klopfte ihr jovial auf die Schulter. „Ich weiß, Sie schaffen das, Kilari!“
„Also schön, dann fange ich am besten gleich an.“
Kilari machte sich auf den Weg in Richtung Computerpool, aber der Offizier hielt sie zurück. „Sie wollen doch nicht etwa mit diesen antiquierten Schulrechnern arbeiten, Kilari?“
Sie runzelte die Stirn. „Womit sonst, Sir?“
Er wies ihr den Weg und sie begleitete ihn schweigend.
Der Offizier gab einen Code ein und sie landete in einem 4-qm-Kabuff, dessen Wände überall in Augenhöhe mit Displays verkleidet waren.
„Da wären wir. Die Anlage gehört Ihnen, Kadett. Aber entfernen Sie sämtliche Spuren Ihrer Arbeit aus dem Speicher, bevor Sie gehen! Vergessen Sie das auf gar keinen Fall! Wir sehen uns spätestens übermorgen, 17.00 Uhr.“
„Aye, Sir.“ Kilaris Stimme zitterte leicht.
„Ach, den Türcode, um hier rauszukommen, finden Sie auf Ihrem Pad.“
Dann schloss sich die Tür hinter Commander Cortéz.
Kilari seufzte. Ihre Flecken juckten unangenehm. Als sie die Instruktionen durchlas, rebellierte ihr Magen. Wozu, bei allen Dämonen dieser Welt, brauchten Cortéz und seine Vorgesetzten einen selbstreplizierenden Computervirus?


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