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STD 01 - Böses Erwachen von Adriana

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Ein seltsames Geräusch weckte Lairis’ Aufmerksamkeit … ein leises Scharren irgendwo im Zimmer. Unter Schmerzen richtete sie sich auf. Zuerst dachte sie, ihr vom Quickening zermartertes Hirn spiele ihr einen Streich: Auf einem der Sessel thronte eine fette graue Kanalratte und starrte sie an. Wie war dieses Vieh durch das Kraftfeld gekommen? Oder hatte es sich die ganze Zeit irgendwo in der Suite versteckt? Diese Vorstellung erschien Lairis ekelerregend. Sie verabscheute Ratten! Nicht so sehr, wie cardassianische Wühlmäuse, aber genug, um auf keinen Fall mit ihnen in einem Raum sein zu wollen.
Raymond schlief und bekam von alldem nichts mit. Die Läsionen in seinem Gesicht waren mittlerweile rot geworden.
Lairis sah sich hektisch nach einer Waffe um und riss die Hotelbibel aus dem Nachtschrank.
Die Ratte ließ sich davon nicht im Geringsten beeindrucken. Im Gegenteil – sie begann, zu wachsen, blähte sich zu einem unförmigen, ockerfarbenen Monstrum auf und nahm in der nächsten Sekunde die Gestalt eines Mannes an: Ein Mann mit einem glatten, unausgeformten, leicht mürrisch wirkendem Gesicht und einer bajoranischen Milizuniform. Lairis hielt die Bibel immer noch wurfbereit, was er mit einem entnervten Augenrollen quittierte.
„Odo?“ rief sie verblüfft. „Constable Odo von DEEP SPACE NINE? Ich wusste, dass Sie mit Captain Sisko auf die Erde gekommen sind, aber …“
„Woher wollen Sie wissen, dass ich es wirklich bin?“ fragte er prüfend. „Ich könnte ein anderer Wechselbalg sein, der sich als Odo ausgibt, um Sie hinters Licht zu führen …“
Lairis schüttelte den Kopf. Ein kleines Lächeln ließ ihre Augen aufblitzen. „Niemand kann so unnachahmlich die Augen verdrehen, wie Sie.“
Odos Mundwinkel zuckten flüchtig. „Zum Glück für Sie und Ihre Crew sind Sie ein wesentlich besserer Beobachter als Ihr Erster Offizier.“
„Jerad? Haben Sie mit ihm gesprochen?“
„Nein, aber laut der Sternenflotte hat er gestern Abend eine private kleine Unterhaltung mit einem Formwandler in Ihrer Gestalt geführt.“ Als er bemerkte, wie sich die Miene des Captains verfinsterte, fuhr er schnell fort: „Ich verabreiche Ihnen jetzt das Gegenmittel und etwas gegen die Schmerzen.“
Lairis’ Miene hellte sich sofort wieder auf, als Odo ihr das Antigen spitzte.
„Was ist mit den Überwachungsgeräten?“, fiel ihr ein.
„Es gibt keine Überwachungsgeräte.“
Sie lachte abfällig auf. „Jen’thal hat wohl bei den Cardis überhaupt nichts gelernt!“
„Jen’thal?“
„Einer der Wechselbälger, die uns gefangen haben.“
Odo machte eine wegwerfende Handbewegung. Dem schlummernden Raymond näherte er sich etwas zögerlich. „Soll ich ihn wecken?“
„Ich habe nicht vor, ihn auf der Schulter zu tragen, wenn wir hier abhauen!“
Odo leerte das Hypospray an Raymonds Hals und warf Lairis einen schrägen Blick zu. „Hier abhauen? Viel zu riskant! Ich habe in einer halben Stunde drei Wechselbälger entdeckt und die Alarmanlage im Erdgeschoss ist auch nicht von schlechten Eltern.“
„Konnten Sie sie nicht unbrauchbar machen?“
„Sie wurde nicht von den Wechselbälgern installiert, sondern gehört zur Einrichtung dieses Gebäudes und ist äußerst resistent gegen unqualifizierte Sabotage-Versuche“, erklärte Odo ungeduldig. „Hören, Sie Captain, es dauert mindestens drei Stunden, das Passwort für diese Anlage zu knacken – selbst ohne Unterbrechungen durch meine lieben Artgenossen. Ich muss mich regenerieren, so viel Zeit habe ich beim besten Willen nicht! Ich wurde nur vorgeschickt, um Sie und den Jungen von der Krankheit zu heilen.“
„Und was hat sich die Sternenflotte Raffiniertes einfallen lassen, um uns zu befreien?“
„Zum Glück konnten wir sie davon abhalten, Ihr Leben zu gefährden, indem sie einen Trupp schwer bewaffneter Sicherheitsleute vorbei schicken … Das bedeutet, sie erfüllen die Forderungen der Wechselbälger zum Schein. Ihr Ingenieur meinte, wenn er nicht auf eine passende Gelegenheit warten würde, um seinem angeblichen Freund, dem Chefkonstrukteur, die Pläne zu stibitzen, wäre die Vorstellung äußerst unrealistisch. Also müssen Sie leider noch eine Weile hier aushalten.“
„Ja, das leuchtet mir ein. Ich frage mich nur, wie lange ich den Anblick dieser Tapete noch ertragen kann“, scherzte Lairis.
Odo verdrehte wieder die Augen. „Der Rest läuft wie in einem schlechten Detektiv-Roman: Die Wechselbälger haben darauf bestanden, dass Ihr Ingenieur allein, unbewaffnet und unverwanzt zum Treffpunkt kommt. Tut er das nicht, werden Sie und Kadett Kitamura sofort getötet. Ihr Lieutenant muss diese Jen’thal auf einer geheimen Com-Frequenz kontaktieren, wenn er bereit ist – dann beamen sie ihn weg. Er übergibt ihnen die Pläne an einem neutralen Ort, den wir nicht kennen. Wenn die Wechselbälger zufrieden sind, erhalten Sie beide das Gegenmittel und werden freigelassen. Außerdem bekommen Sie Kommunikatoren, die sich nach einer halben Stunde selbst aktivieren. Damit können Sie nach Hause telefonieren, sobald die Formwandler über alle Berge sind, und sich von der Sternenflotte abholen lassen. Ich empfehle einen direkten Transport in den medizinischen Komplex des Hauptquartiers.“
Die Bajoranerin schmunzelte. „Ich schätze, dann war meine Vorstellung als armes, gebrochenes Opfer ziemlich überzeugend.“
„Nicht für Lieutenant van de Kamp. Er meinte, dieses Selbstmitleid würde überhaupt nicht zu Ihnen passen.“
„Einiges war ehrlich gemeint“, gab sie nachdenklich zurück. „Zum Beispiel, dass ich nicht will, dass Raymond ansehen muss, wie ich elend verrecke.“
„Die Gefahr besteht nicht mehr“, erklärte Odo.
Lairis nickte. Es schadete nicht, wenn sie das Antigen später ein zweites Mal bekamen … Sie durfte sich bloß nicht anmerken lassen, dass es ihr besserging. Die Wunden brauchten ohne Hautregenarator ihre Zeit, um zu heilen – es würde also nicht auffallen, dass sie kuriert war.
„Danke, Odo!“ Sie richtete sich steifbeinig auf und drückte seine Hand.
„Ich gehe jetzt wohl besser“, wand er sich verlegen. Dann zog er einen Datenkristall aus der Tasche und reichte ihn Lairis. „Als ich das Heilmittel gesucht hab, fiel mir ein Datenpaddd in die Hände. Es hatte eindeutig eine Dominion-Signatur. Sein Inhalt war chiffriert, aber ich konnte ihn auf diesen Kristall überspielen. Versuchen Sie ihn rauszuschmuggeln – vielleicht enthält er wichtige Informationen.“
„Warum ich und nicht Sie? Als Formwandler hätten Sie doch viel eher die Möglichkeit …“
„Ich habe in letzter Zeit zu oft die Form gewechselt“, erklärte Odo. „Mein Regenerationszyklus ist aus dem Takt geraten und ich spüre, dass ich dringend in meine flüssige Form zurück muss. Wenn ich versuche, den Kristall heraus zu schmuggeln und mich unterwegs verflüssige, habe ich auch nichts gekonnt.“


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