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Das Blühen der Zweige von Amber

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Mit zärtlicher Neugier betrachtete Garak seinen Partner. Dass dieser nervös war, war offensichtlich, aber es schien keine negative Aufregung zu sein. Sanft rieb Garak seine Stirn an Julians und wartete, was kommen würde. Das aufgeregte Flattern in sich konnte er gerade nicht wirklich zuordnen, nahm es also erst einmal hin.

„Elim“, begann Julian noch einmal und räusperte sich leise. „Ich … du ...“ Mit einem kaum hörbar frustrierten Schnauben brach der Arzt ab und schloss die Augen. Er traute sich nicht. So schlicht und einfach war es. Also warum? Julian spürte Elims fragenden Blick, deshalb öffnete er die Augen wieder. „Elim, du bist ein wundervoller Mann“, raunte er zärtlich. „Ich liebe dich von ganzem Herzen und will dich nie wieder loslassen.“ Wie um seine Aussage zu bekräftigen, schloss er seine Arme tatsächlich noch ein wenig fester um den Cardassianer. Dieser setzte lächelnd zu einer Antwort an, als sich der Türsummer meldete.
Verwirrt ob des plötzlichen Einbruchs der Realität, schauten sie einander an und brachen glucksend in Lachen aus.

„Wir haben echt ein Talent für so Situationen, oder?“, giggelte der Mensch, löste sich von Garak und rief: „Herein!“

Die Tür glitt auf und Miles O'Brien trat ein, dabei nestelte und zupfte er an seiner Fliege herum. „Kann einer von euch vielleicht …?“

Schmunzelnd trat der Schneider auf ihn zu und band ihm gekonnt die Fliege. Dann richtete er noch den Kragen und zog das kastanienfarbene Jackett zurecht.

„Keiko kommt nicht mit?“, erkundigte sich Julian, während er die beiden mit einem Lächeln beobachtete.

„Nein, sie hat sich vorhin mit Molly hingelegt und gemeint, auf so einen Zirkus hat sie keine Lust. Aber sie wünscht uns trotzdem viel Spaß.“ Miles klopfte Garak dankend auf den Arm und wandte sich zur Tür. „Seid ihr so weit?“ Garak und Julian tauschten noch ein zärtliches Lächeln und nickten.

„Habt ihr eine Ahnung, was uns erwartet?“, fragte Julian und legte beim Gehen seinen Arm um Garaks Taille. Dieser schüttelte den Kopf. „Kal-Jinn ließ nichts darüber verlauten. Nur, dass wir in angemessener Abendgarderobe erscheinen sollen.“

„Risa“, brummte der Chief und runzelte die Stirn. „Was macht dieser Kal-Jinn eigentlich beruflich?“

„Ich vermute, er ist so etwas wie ein Animateur, oder?“, wandte sich Julian an seinen Partner, um dessen Lippen ein wissendes Lächeln spielte. „Jaaaa … so etwas in der Art, ganz recht.“ Dabei beließ er es, trotz der neugierigen Blicke von links und rechts. Er hatte während des Vormittags mit dem Risaner einige Vermutungen zu dessen Beruf angestellt, diese durch diverse Äußerungen und Anekdoten bestätigt bekommen und dann mit der Geschichte über Curzon und Kal-Jinns Kennenlernen kombiniert. Garak sah keinen Grund, über die berufliche Tätigkeit des Risaners zu sprechen, wenn dieser es nicht von sich aus tat. So behielt er sein Wissen für sich und schenkte dem neugierigen Julian ein geheimnisvolles Zwinkern, was diesen genervt aufstöhnen ließ.
Das Trio erreichte das Quark's und blieb verblüfft in dessen Eingang stehen. „Wow!“, entfuhr es Julian und Miles nickte bekräftigend. Die Bar war kaum wiederzuerkennen: Überall waren leuchtend bunte exotische Blüten angebracht, große Kübel mit Palmen und Orchideen standen umher. Bunte Lampions schenkten angenehmes Licht und eine Musikband spielte leise im Hintergrund sanfte, lebendige Melodien. Die Dabomädchen und Ferengikellner trugen Tabletts mit schillernden Cocktailgläsern herum und auf dem Tresen thronte ein gigantischer Eiskristallvogel, aus dessen Schnabel perlend klares Wasser sprudelte. Die Gäste waren ausnahmslos in feine Garderobe gekleidet, sogar Morn hatte seinen üblichen Aufzug gegen einen eleganten grauen Einteiler getauscht.

Erwartungsfroh rieb Garak sich die Hände: „Nun denn, meine Herren, hinein ins Vergnügen!“

Grinsend folgten Miles und Julian dem Cardassianer ins wirbelnde Treiben. Von einem vorbeikommenden Kellner ließen sie sich orange-blaue Cocktails mit bunten Früchten und Schirmchen reichen und stießen an. Julian ließ seinen Blick schweifen, ob er irgendwo Jadzia, Kal-Jinn oder einen freien Tisch entdeckte. Letzteres war der Fall und er schob seine beiden Begleiter dorthin.

"Dann lasst uns mal sehen, was Quark so im Angebot hat", murmelte Miles vor sich hin und zog sich die Karte heran. "Risanisches Gebäck, zig verschiedene Cocktails und Longdrinks, Cremeeis mit kandierten Nüssen und Früchten ..."

"Uh, das will ich!", unterbrach ihn Julian fröhlich, was seinem Freund ein belustigtes Schnauben entlockte: "War klar, Jules ... Risanisches Küstenale klingt aber auch gut ..."

"Doktor Bashir! Chief! Garak!", begrüßte sie ein wie aus dem Nichts auftauchender grinsender Quark, der zur Feier des Tages einen Blumenkette um den Hals trug. "Was darf ich Ihnen bringen? Wenn ich eine Empfehlung aussprechen dürfte ..."

"Bestimmt nicht!", winkte der Arzt schnell ab. "Die letzte rumort immer noch in meinem Magen ..."

"Ich nehm das Risanische Küstenale", bestellte Miles und scrollte durch die Karte. "Und dazu die mit Honig und Gewürzen gerösteten Risanischen Nüsse."

Quark notierte und wandte sich dann an Garak. "Sie sollten unbedingt den Himmelswein versuchen, ein vollmundiger, dennoch leichter Genuss, dessen Rezeptur ein streng gehütetes Geheimnis der Risaner ist."

"Sie verstehen es, Ihre Gäste zu locken, Quark. Ich versuche ihn."

"Ich nehm auch ein Ale und dazu das Cremeeis", schloss Julian die Bestellung ab und erntete für die Kombination seiner Wünsche ein paar hochgezogene Stirnwülste von seinem Partner. "Eis und Ale?"

"Klar, kann ja danach immer noch den Wein trinken. Außerdem", er zwinkerte Elim zu. "Aus Erfahrung weiß ich, dass ich höchstens die Hälfte von meinem Eis bekomme."

"Ähm, sagt mal ..." Miles runzelte die Stirn und deutete auf eine Seite der Karte. "Was hat es denn damit auf sich?"

Julian und Garak schauten sich die entsprechende Seite an. "Preisklassen der Verkaufenden?" Der Arzt war ebenso ratlos und wandte sich intuitiv an seinen Partner, als ihm etwas dämmerte. "Kal-Jinn trägt doch eine Goldkette mit dem Symbol hier oben? Heißt das ... ?"

Garak nickte und versuchte erst gar nicht, sein Schmunzeln ob Julians und Miles' betretener Blicke zu verbergen. "Lasst mich raten, euch überrascht nicht unbedingt die Tatsache, dass Kal-Jinn in diesem Beruf tätig ist, sondern dass es dieses Gewerbe offiziell überhaupt gibt?"

"Äh ..." - "Na ja ...", drucksten die beiden Sternenflottenangehörigen herum und Julian räusperte sich schließlich. "Verstehe ich das richtig, 'Verkaufende' ist letztendlich nur ein anderer Begriff für ...", verlegen brach er ab und suchte nach einem politisch korrekten Wort.

"Die Föderation unterstützt also professionelle Prostitution?", brummte der Chief ungläubig.

"So würde ich das nicht sagen", verneinte der Cardassianer und trank den Rest seines Cocktails. In diesem Moment kam Quark wieder an den Tisch und brachte die georderten Speisen und Getränke. Natürlich hatte er die letzten beiden Sätze aufgeschnappt. "Was heißt hier 'professionelle Prostitution'", winkte er verächtlich ab. "Wenn Sie glauben, unsere wunderbaren Verkaufenden hätten nur das eine zu bieten, dann wäre ihre Gesellschaft deutlich günstiger zu haben. Oh nein, meine Herren, die Qualitätsansprüche, die Risa an seine Verkaufenden stellt, sind sehr hoch, nicht nur im körperlichen Bereich, sondern besonders im Intellektuellen und Kulturellen. Aber ich seh schon", schloss er kopfschüttelnd, als er die immer noch peinlich berührten Gesichter von Miles und Julian sah, "Bei Ihnen beiden brauche ich da gar nicht erst Werbung für machen ..." Mit einer kleinen Verneigung entschwand er wieder und Julians Blick suchte erneut Garaks. "Klärst du uns etwas näher auf, du scheinst ja nicht wirklich überrascht oder schockiert zu sein."

Lächelnd strich Garak seinem Partner über die Wange. "Warum auch, mein Liebling? Ich sehe darin nur Vorteile. Lass mich erklären", wandte er sich mit einer bittenden Geste an Miles, der ihn unterbrechen wollte. "Ihr wisst, dass die Risaner ein, wie sie selbst sagen, natürliches gebendes Wesen besitzen und die Freuden und Schönheit des Lebens, seien sie körperlicher, intellektueller oder musischer Natur, über alles schätzen. Und das wussten nach und nach natürlich auch die Völker, die regelmäßig Risa besuchten und nutzten das zu ihrem Vorteil aus. Also wurde das Verkaufende-Gewerbe offiziell ins Leben gerufen, die 'herkömmliche' Feilbietung solcher Leistungen wurde weitestgehend komplett unterbunden. Wer Verkaufender werden möchte, muss eine lange und intensive Ausbildung absolvieren. Kunst und Kultur verschiedener Spezies, Xenolinguistik, Literatur, Musik, eben alles, was einen angenehmen Gesellschafter ausmacht. Denn darin obliegt ihre Hauptaufgabe: Dem Kunden eine für ihn vollkommene Gesellschaft zu sein. Und als Bonus natürlich auch auf körperlicher Ebene, was aber mehr als nur Lust bedeutet. Die Verkaufenden unterliegen strengen und regelmäßigen medizinischen Kontrollen, ihre Tarife sind festgelegt, sie halten sich aus politischen Machenschaften heraus; ergo rundum perfekte Gesellschaft, wenn man nicht alleine sein möchte."

Nachdenklich hatte Julian der doch recht unerwartet ausführlichen Erläuterung seines Partners gelauscht und nickte dann langsam. "Doch, ich denke, so schlecht ist das gar nicht. Besonders aus medizinischer Sicht scheint mir das für einen Urlaubs- und Vergnügungsort wie Risa die beste Lösung für alle zu sein."

"Ich weiß nicht", brummte der Chief. "Ist sowas denn nötig, dass jemand seinen Körper verkauft?"

"Ob es nötig ist oder nicht, schon immer ist der Handel mit lebendigem Fleische ein äußerst lukratives Geschäft, meist zum Nachteil der Ware", argumentierte der Cardassianer.

"Eben", stimmte Julian ihm zu. "Und auf die Art der Risaner scheint zumindest gewährleistet, dass die Verkaufenden ordentlich versorgt und behandelt werden und ich kann mir vorstellen, dass die Kriminalität im entsprechenden Milieu drastisch abnahm, wenn nicht gar gänzlich verschwand."

"Ihr habt damit gar keine Probleme, moralisch?", wunderte sich Miles.

"Moral ist lediglich ein von einer bestimmten Gesellschaft zu einer bestimmten Einstellung geprägter Begriff", antwortete Garak mit seinem ihm so eigenen Lächeln und nutzte den Moment, um Julians Eisbecher zu sich heranzuziehen. Lachend klopfte Julian seinem Kollegen auf den Rücken. "Entspann dich, Miles, Kal-Jinn ist ein feiner Kerl, du wirst ihn mögen." Damit nickte er in Richtung des hochgewachsenen Risaners, der sich lächelnd einen Weg zu ihnen bahnte.

"Julian, Garak!", begrüßte er sie mit einem Strahlen. "Amüsieren Sie sich?"

"Ganz ausgezeichnet, guter Kal-Jinn", bestätigte Garak und deutete auf den freien Platz. "Wollen Sie uns einen Augenblick Gesellschaft leisten, Sie kennen Chief O'Brien noch nicht. Im Vertrauen", grinsend senkte er die Stimme, allerdings nicht so sehr, dass Julian und Miles entgehen konnte, was er sagte, "manchmal befürchte ich, das ich zusätzlich zu meinem liebsten Doktor auch noch einen guten O'Brien bekommen habe."

Giggelnd knuffte Julian seinen Liebsten in den Arm. "So schlimm ist es nun auch wieder nicht." Er reichte Kal-Jinn die Hand und trat dann unauffällig Miles ans Bein, woraufhin dieser Kal-Jinn ebenfalls die Hand hinhielt. "Miles O'Brien, freut mich."

"Die Freude obliegt ganz mir, Mr. O'Brien."

"Wo stecken denn Jadzia und Worf?", erkundigte sich Julian bei dem Risaner, um Miles aus der für ihn immer noch etwas unangenehmen Situation zu ziehen.

"Jadzia hat Worf überredet, mit ihr gemeinsam eine risanische Partnermassage zu besuchen", erklärte Kal-Jinn und wies mit der Hand zur Treppe. "Oben in den Holosuiten hat Quark Wunderbares vollbracht. Es gibt einen großen Wellnessbereich mit Massagen, Whirlpool, Sauna, Dampfbädern und natürlich der Möglichkeit, sich wieder für den gesellschaftlichen Teil hier unten herrichten zu lassen. Einige unserer angesehensten Friseure und Kosmetiker stehen zur Verfügung. Und in einem anderen Bereich gibt es Raum für privatere Unterhaltungen." Er schenkte Julian ein Zwinkern, woraufhin dieser prompt errötete. Schmunzelnd legte Garak seinen Arm um Julians Schulter und drückte ihn an sich. "Er neckt dich doch nur, weil er genau weiß, wie bezaubernd du aussiehst, wenn du errötest."

Lachend erhob sich Kal-Jinn, klopfte Julian freundschaftlich auf die Schulter und nickte den anderen beiden zu. "Amüsieren Sie sich noch gut, wir sehen uns im Laufe des Abends wieder." Er winkte einen Kellner heran. "Bringen Sie doch bitte den drei Herren einen Risas Herbstfunkeln auf meine Rechnung." Damit lächelte der Risaner nochmal in die Runde und ging davon.

"Ich geb es zu", meinte Miles und sah ihm hinterher. "Scheint in der Tat ein netter Kerl zu sein." Er trank sein Ale aus und deutete auf Julians Eisbecher, der tatsächlich noch halbvoll war. "Schmeckt's nicht?"

"Doch, nur wirklich ganz schön süß." Der Arzt schob den Becher zu Miles, der Garak einen fragenden Blick zu warf.

"Nur zu, Miles, ich stille meine Lust nach Süßem vorerst visuell." Der Cardassianer küsste Julian sanft auf die Stirn, während dieser etwas Zärtliches in Garaks Halsbeuge nuschelte. Mit einem gutmütigen Kopfschütteln machte der Chief sich über das restliche Eis her.

Kurz darauf standen drei hohe schmale Gläser vor ihnen, deren dampfender bronzener Inhalt je nach Lichteinfall intensiv golden schimmerte. Beeindruckt hob Garak das Glas und schnupperte vorsichtig. "Oh, das duftet außerordentlich verlockend ... Würzig, warm, ein wenig süß ..."

Seine Freunde erhoben nun auch neugierig ihre Getränke.

"Auf einen tollen Abend mit meinen beiden besten Freunden!", prostete Julian.

Während Miles etwas etwas Unverständliches, aber eindeutig Gerührtes brummte, drückte Elim Julians freie Hand. "Ich denke", meinte er nachdenklich mit einem warmen Lächeln, "dem kann ich mich so nur anschließen."

Sie stießen gemeinsam an und es folgte ein Moment andächtiger Stille, der schließlich von Julians begeistertem "Wow, ist das lecker!" unterbrochen wurde.

„So spricht ein wahrer Gourmet“, neckte ihn Garak liebevoll. Sein Partner kam nicht dazu, etwas zu erwidern, da sich urplötzlich eine grinsende Jadzia neben ihm auf den freien Stuhl fallen ließ. „Na ihr drei Hübschen?“ Sie drückte Julian ein Küsschen auf die Wange und lehnte den Kopf an seine Schulter. „Aaaaw, ihr glaubt's nicht, Worf und ich hatten eine wirklich sinnliche Partnermassage zusammen, ich fühl mich ganz hibbelig ...“

„Äh ...“, grinsend tätschelte Julian seiner Kollegin den Rücken. „Und wo hast du Worf gelassen?“

„Er holt uns etwas zu trinken. Was habt ihr da?“ Ohne die Antwort abzuwarten nahm sie Julians Glas und trank einen Schluck. „Oh, das will ich auch!“ Fröhlich gestikulierte sie mit einer Hand wild in eine bestimmte Richtung, während sie das Glas hochhielt und damit winkte. „Ist das nicht großartig?“ Jadzia sah sich lächelnd im Quark's um. „Ich muss nachher unbedingt noch tanzen und – oh, NERYS! Hey! Wir sind hier drüben!“

„Major, Sie sehen bezaubernd aus!“, begrüßte Garak die Bajoranerin und musterte anerkennend das samtene rostbraune Kleid, das einer eleganten Toga glich.

„Danke“, leicht verlegen erwiderte Kira das Lächeln und zog sich einen Stuhl heran. „Und?“

Während Jadzia gutgelaunt berichtete, was sie und Worf bisher gemacht hatten, welche Besonderheiten die Holosuiten böten und welche Getränke empfehlenswert seien, kam Worf an den Tisch und nickte grüßend in die Runde. Er reichte Jadzia einen Risas Herbstfunkeln und sank dann mit einem Blutwein in der Hand auf einen von Garak herangezogenen Stuhl. „Danke.“

„Ich hol uns auch noch mal was“, bot Julian an. „Für Sie auch, Kira?“

„Gerne, Julian, danke.“

Mit etwas zu viel Elan erhob sich der Arzt und stützte sich kurz auf Garaks Schulter ab. „Huch. Vielleicht nehme ich lieber was Alkoholfreies für mich ...“ Damit torkelte er kaum merklich zur Bar. Wieder zurück am Tisch verteilte er die Getränke.

„Das sieht mir aber doch sehr nach noch einem Herbstfunkeln für dich aus?“, schmunzelte Miles und nahm dankend sein Ale entgegen. Grinsend zuckte Julian die Schultern und nippte an besagtem Getränk. „Es schmeckt einfach zu gut und immerhin sind wir heute sozusagen auf Risa.“

Entspannt saßen die sechs zusammen, tranken und plauderten. Schließlich sprang die Trill auf, als sich die Musik änderte und ein wenig schneller, lebhafter wurde, wobei sie Kira an der Hand mit zog. „Los, komm!“

„Aber -“ Weiter kam Kira nicht, bevor sie sich mit Jadzia auf der Tanzfläche wiederfand.

„Glück gehabt“, zwinkerte Miles Worf zu, der tatsächlich so etwas wie ein erleichtertes Grinsen zustande brachte. Worfs Glück währte allerdings nicht von Dauer, da zum nächsten Musikstück die beiden Frauen zurückkehrten und während Jadzia ihren Partner mit einem entschlossenen Griff mit sich zog, blieb Kira unschlüssig vor den drei Verbliebenen stehen. „Ach, was soll's“, murmelte Miles halblaut und stand auf. „Major?“

Lächelnd sah Julian den beiden nach und lehnte sich an Elim. „Ich mag dich“, schnurrte er leise.

„So? Vorhin hast du mich noch geliebt“, konnte sich Elim nicht verkneifen und gluckste, als Julians verwirrter Blick ihn fand.

„Mach ich ja auch. Aber ich mag dich trotzdem“, bekräftigte der Jüngere und rückte noch ein wenig näher.

Es blitzte kurz in Elims Augen auf. „Ich mag deine Krawatte.“

„Was?“

„Ja, in der Tat“, bestätigte Elim und ein neckendes Lächeln huschte über seine Lippen. „Ich denke, abgesehen davon, dass sie dir ausgezeichnet steht, mein hübscher Doktor, lassen sich mit deiner Krawatte sicherlich einige Dinge anstellen, die ich noch lieber mag, als die Krawatte um deinen Hals zu bewundern.“

„Hm? … Oh! … Äh ... also … ähm …“, haspelte Julian und grinste dann halb verlegen, halb keck. „Zum Beispiel?“

Der Schneider neigte sich zu Julians Ohr und setzte zu einer Erwiderung an, da ließ sich Miles plötzlich wieder auf seinen Stuhl fallen und atmete tief durch. "Ich bin zu alt für so was ..." Sein Blick huschte zwischen den Partnern hin und her und er hob fragend eine Augenbraue. "Stör ich?"

"Nein", grinste Julian und fuhr selig fort: "Elim wollte mir gerade erzählen, was er alles mit meiner Krawatte anzustellen gedenkt."

"Oh man ..." Der Ingenieur deutete auf die leeren Gläser. "Entweder braucht ihr weniger oder ich mehr."

Garak erhob sich schmunzelnd. "Wie meinte mein liebster Doktor: Immerhin sind wir heute auf Risa."

Verliebt schmachtete Julian ihm hinterher. "Ist er nicht unglaublich?"

"Ja, ja ..."

"Miles, ehrlich! Schau dir doch nur mal seinen Rücken und die Schultern an ..."

"Mehr seh ich ja grad auch nicht ..."

" ... und wie er sich bewegt ..."

"Jules?"

"Hm?"

"Frag ihn endlich!"

Seufzend schüttelte Julian den Kopf und ließ ihn auf die Tischplatte sinken. "Wollte ich vorhin, aber ... ich trau mich nicht", teilte er dieser nuschelnd mit. Nun war es an Miles, zu seufzen und mit kräftigen Bewegungen rieb er mit der Hand über den Rücken seines Freundes. "Warum denn nicht?"

"Was, wenn er doch nein sagt?"

"Wird er nicht."

"Was macht dich so sicher?", seufzte Julian und drehte den Kopf so, dass er zu seinem Freund hoch schmulen konnte. Der zuckte die Schultern. "Nichts Spezielles, ich weiß es einfach."

Nachdenklich schaute Julian ihn an. Plötzlich grinste er.

"Was ist nun los?", erkundigte sich der Ingenieur irritiert.

"Ich seh dich doppelt."

"Du brauchst einen Kaffee."

"Ich brauch nur Elim."

"Oh man ..."

Gewünschter Schneider trat auch just in diesem Augenblick wieder an den Tisch und musterte die beiden Freunde belustigt. "Ich vermute, Julian einen Kaffee mitzubringen, war angebracht?" Er und Miles tauschten ein Grinsen und Julian stützte seinen Kopf auf die Hände. "Danke, Liebling, wenn ich dich nicht hätte ..."

" ... müsste dich der gute Chief vermutlich später in dein Quartier tragen", beendete Garak neckend den Satz.

Sie genossen einige Minuten schweigenden Beisammenseins, bis Kira, Worf und Dax sich wieder zu ihnen setzten. Die Trill stellte eine große Karaffe auf den Tisch und funkelte vergnügt in die Runde. "Quark hat mir einen risanischen Wintereiswein spendiert."

Anerkennend hob Garak seine Stirnwülste und Dax zwinkerte ihm verschwörerisch zu. "Die Waffen einer Frau."

Worf schnaubte, nahm aber dennoch ein Glas entgegen.

"Für mich nicht, Jadzia, danke", winkte Kira ab. "Ich wollte mich mal oben in den Suiten umsehen. Das risanische Dampfbad klingt verlockend. Kommt jemand mit?", fragte sie beim Aufstehen, und als einheitliches Kopfschütteln folgte, ging sie mit einem kurzen "Bis später" alleine los.
Die Verbliebenen stießen gerade an, als der soeben frei gewordene Stuhl erneut besetzt wurde. "Der Abend ist großartig, aber ich brauch einen Moment Pause!" Kal-Jinn lehnte sich mit einem verschmitzten Lächeln zurück und nahm mehr als dankbar ein Glas Wein von Dax entgegen. "Ich hatte ja keine Vorstellung, wie gerne Sternenflottenoffiziere tanzen." Er zwinkerte Dax zu. "Anwesende ausgeschlossen." Genüsslich trank der Risaner einen Schluck und wandte sich an Julian und Garak. "Sie beide habe ich noch gar nicht tanzen gesehen?"

"Öh ..." - "Nun ja ..." Das Paar tauschte einen Blick, während Dax sich interessiert verbeugte und O'Brien ein wenig diskreter die Augenbrauen hob.

"Elim", wandte sich Julian an seinen Partner und machte eine entschuldigende Geste. "Ich gestehe, ich bin gar nicht auf den Gedanken gekommen, mit dir zu tanzen ..."

"Alles gut, mein liebster Doktor." Garak strich ihm kurz sanft über die Wange.

"Garak, Sie können sicherlich gut führen", vermutete die Trill und blickte ihn fast schon herausfordernd an. Der Cardassianer drehte sich zu ihr und erwiderte den Blick mit ähnlicher Intensität. "Möglich." Mit einem fragenden Lächeln wandte er sich an Julian, der grinsend nickte und ihm einen Kuss gab. "Zeig's ihr, Hase", wisperte er ihm leise ins Ohr. "Viel Spaß."

"Danke." Garak erhob sich und reichte Dax die Hand. "Lassen Sie es uns herausfinden, wenn Ihr auserwählter Klingone mir diese Bitte gewährt?"

Worf nickte nur, nachdem Dax ihm ein tatsächlich bittendes Lächeln zugeworfen hatte und schaute dann gemeinsam mit Julian dabei zu, wie ihre Partner zur Tanzfläche gingen.

"Und Sie, Julian?", riss Kal-Jinns warme Stimme den Arzt aus seinen Gedanken.

Überrascht schaute Julian auf und sah den Risaner vor sich stehen, der ihm galant eine Hand entgegen hielt: "Gewähren Sie mir einen Tanz?"

"Was? Ich ... also ...", stammelte Julian und warf einen hilfesuchenden Blick zu Miles. Der bemühte sich kaum, ein Grinsen zu verbergen und gab dem Arzt einen freundschaftlichen Klaps auf die Schulter. "Wäre keine schlechte Idee, allmählich mal tanzen zu lernen, Jules", meinte er verschwörerisch.

"Aber ..."

"Kommen Sie, Julian, einen Tanz?" Kal-Jinn lächelte ihn aufmunternd an und mit einem resignierten Seufzen fasste Julian nach dessen Hand. "Okay, aber ich garantiere für nichts." Er ließ sich von dem Risaner zur Tanzfläche führen und sah sich nervös um. Er hatte seit Jahren nicht getanzt – und da auch nicht unbedingt geschickt - und noch nie mit einem Mann. Warum hatte er nur zugestimmt? "Weil du einen sitzen hast und außerdem hat Miles nicht unrecht", gab er sich selbst Antwort und registrierte, wie Kal-Jinn ihm eine Hand auf den Rücken legte und mit der anderen seine fest umschloss. Wie von selbst legte er seine eigene linke Hand auf Kal-Jinns Schulter. Okay, so verkehrt fühlte sich das gar nicht an. Und nach einigen Takten merkte Julian sogar, dass er tatsächlich Spaß hatte und Kal-Jinn ein hervorragender Tänzer war.

"Sehen Sie, Julian", sprach dieser ihn leise an. "So schlimm ist es nicht, also trauen Sie sich und tanzen Sie mit Garak."

Und als wäre es abgesprochen, endete das Stück und ein langsameres, verträumtes Lied begann. Kal-Jinn verbeugte sich leicht und warf einen bedeutungsvollen Blick hinter Julian. Verwundert drehte Julian sich um und fand sich Elim gegenüber wieder, der ihn mit einem liebevollen Funkeln in den Augen anlächelte. "Darf ich bitten?"

"Äh, klar", war alles, was Julian herausbrachte, als Elim ihn an sich zog und sanft durch die ersten Takte führte. Sein Herz schlug aufgeregt und unbewusst rückte er näher an Elim, dessen Hand auf seinem Rücken eine sichere Wärme ausstrahlte. Julian merkte, wie die Ruhe seines Partners auf ihn überging und er lehnte seine Wange an Elims.

"Alles in Ordnung?", vergewisserte sich der Cardassianer leise. Ihm war durchaus bewusst, wie neu und fremdartig diese Situation Julian anmuten musste. In all den Monaten ihres Zusammenseins hatten sie sich in der Öffentlichkeit zwar zueinander bekannt, aber dabei hielten sie stets eine gewisse Diskretion aufrecht. Nicht, weil sie sich in irgendeiner Form unwohl fühlten, es war schlicht und ergreifend ihre Art. Und nun teilten sie einen doch sehr intimen Moment mit allen.

"Hmmmmh", schnurrte Julian glücklich und küsste ihn zärtlich neben das Ohr. "Würde ich dich nicht schon so unsagbar lieben, spätestens jetzt hätte ich mich in dich verliebt."

Garaks Herz machte einen kleinen Freudenhüpfer - etwas, das er, bevor er Julian kennengelernt hatte, stets als lächerliche Redewendung abgetan hätte - und er drückte ergriffen die Hand seines Liebsten. Wie sehr hing er doch inzwischen an seinem Doktor. Sanft rieb er mit seiner Nasenspitze über Julians Wange und lächelte.

Als das Stück endete, verharrten sie noch einen Augenblick, dann bot der Cardassianer Julian zwinkernd seinen Arm an. „Darf ich den Herren noch auf einen Drink einladen?“

„Ein weiser Mann riet mich, nicht so gutgläubig auf die freundlichen Angebote von Fremden einzugehen“, neckte Julian und hakte sich unter. „Aber bei so einem attraktiven Mann kann ich einfach nicht ablehnen.“

Das Paar schlenderte zurück an ihren Tisch, wo Miles alleine saß und ihnen lächelnd entgegen blickte. „Euch beide zu seh'n, wärmt einem richtig das Herz“, brummelte er freundlich und trank einen Schluck aus seinem Glas. „Hab euch'n Ale mitbestellt ...“

Grinsend ließ sich Julian neben ihm nieder. „Du lallst ja.“

„Tuichnich ...“

„Oh doch, guter Chief, eine nicht zu leugnende Tatsache“, foppte nun auch Garak und schob sein Ale zu Julian. „Vielen Dank, Miles, aber ich hole mir noch ein Risas Herbstfunkeln.“

„Oh, bring mir eins mit, bitte“, rief Julian ihm nach und Garaks Ale wanderte weiter zu Miles, der seinen Kopf an Julians Schulter lehnte. „Weißt du, du solltest ihn frag'n … ehrlich.“

„Versprochen“, versicherte der Jüngere leise und klopfte seinem Freund auf die Schulter. „Ganz sicher.“

Garak kam mit den Getränken zurück und blickte mit einem Schmunzeln auf die beiden Männer, die Kopf an Kopf mit geschlossenen Augen da saßen. Doch als er sich neben Julian setzte, schlug dieser die Augen auf. „Miles ist eingeschlafen“, teilte er giggelnd mit, wobei das Haupt des Schlafenden von seiner Schulter rutschte. Vorsichtig bettete der Arzt Miles' Stirn auf der Tischplatte, strich ihm über die Haare und schob die Gläser ein Stück zur Seite.

„Wollen wir ihn nicht in sein Quartier bringen?“

„Der wacht bestimmt gleich wieder auf“, widersprach Julian und nickte Richtung Dax und Kira, die fröhlich auf ihren Tisch zukamen.

„Hat's Miles umgehauen?“ Grinsend schüttelte die Bajoranerin den Kopf und nippte an ihrem Cocktail. Jadzia indessen strahlte Julian und Garak an. „Aaaaw, ihr zwei saht so süß beim Tanzen aus!“

„Ich lasse Ihnen das in Anbetracht der späten Stunde und des großzügigen Alkoholgenusses als Kompliment durchgehen“, meinte Garak zwinkernd, während Julian stöhnend den Kopf neben Miles' legte.

„Schön, ihr seid noch da.“ Kal-Jinn tauchte auch noch auf und blieb kurz mit einem verwunderten Blick auf Miles und Julian stehen.

„Alles gut, Kal-Jinn“, winkte die Trill ab. „Miles ist eingeschlafen und Julian … ist er nicht niedlich?“

Man musste dem Risaner zugute halten, dass er zwar breit grinste, aber im Gegensatz zu den anderen nicht in freundschaftliches Giggeln ausbrach. „Hast du ihm etwa gesagt, wie romantisch und schön der Anblick von ihm und Garak beim Tanzen war?“

„Leute!“, beschwerte es sich aus Richtung Tischplatte, was Garak dazu veranlasste, seinem Partner liebevoll den Rücken zu kraulen.

„Du bist aber auch manchmal niedlich ...“, lallte ein anderer Teil des Tisches schläfrig und Miles' Kopf hob sich. „Molly sagt das auch. Wenn sie groß ist, will sie Onkel Julian heiraten, wenn Onkel Garak das erlaubt.“

„Ich glaube“, meinte Garak bedauernd. „Da muss ich ausnahmsweise deiner Tochter einen Wunsch abschlagen.“

„Aaaaaaw!“ Kira und Dax tauschten einen Blick, aber bevor sie etwas sagen konnten, erhob sich Miles schwankend. „Ich brauch'n Kaffee.“

Grinsend stand Kira auf und legte dem Torkelnden einen Arm um die Hüfte. „Ich begleite Sie mal lieber zur Bar.“

„Geht es dem Chief gut?“, erkundigte sich Worf besorgt, der soeben an den Tisch trat. „Und Doktor Bashir?“

„Ja, alles in Ordnung.“ Die Trill zog ihren Klingonen zu einem Kuss herab. „Der Abend ist unschlagbar“, wandte sie sich dann an den Risaner. „Quark hat mit eurer Unterstützung Großartiges geleistet.“

„Vielen Dank“, erwiderte der Risaner mit einer leichten Verbeugung. „Da ich euch vier gerade auf einem Platz zusammen habe ...“ Er machte eine bedeutungsvolle Kunstpause, was Julian dazu brachte, sich neugierig von der Tischplatte aufzurichten. „Ihr habt mir den Aufenthalt hier sehr angenehm gemacht“, fuhr Kal-Jinn fort und nickte besonders Garak dankend zu. „Ich möchte euch gerne für ein Wochenende nach Risa einladen. Drei Tage im 'Tanzende Blätter', ein etwas kleineres Ressort an der Küste. Was meint ihr?“

„Oh, Kal-Jinn, das ist ja super, natürlich!“, stimmte die Trill sofort zu und umarmte ihren Freund. Auch Julian strahlte: „Wow, ja, liebend gerne!“

„Jadzia ...“, wagte Worf einzuwerfen und Garak tippte Julian ebenfalls auf die Schulter: „Auf ein Wort, mein liebster Doktor. Entschuldigt uns kurz“, bat er die anderen mit einem Lächeln und zog den euphorischen Julian mit sich in einige Schritte Entfernung.

„Elim, Risa! Das ist doch super! Sonne, Wärme, Nichtstun ...“

„Schon“, unterbrach Elim ihn sanft. „Aber drei Tage mit deinem klingonischen Kollegen … ich weiß nicht.“

„Oh. Stimmt.“ Nachdenklich zog der Arzt die Stirn kraus, dann huschte ein sonniges Grinsen über sein Gesicht und er rückte näher an seinen Partner. „Du, Elim … ich glaub nicht, dass wir die anderen viel sehen werden, dafür sorg ich schon ...“ Er wippte vielsagend mit den Augenbrauen und entlockte Elim ein Glucksen. „Außerdem“, fuhr Julian fort. „Wann wirst du je so schnell wieder die Gelegenheit finden, mich drei Tage in Badehose zu bewundern?“

Der Schneider zog seinen Partner eng an sich. „Du spielst mit unfairen Mitteln, Julian Bashir!“

„Heißt das ja?“

„Nun, zum einen kann ich dir ohnehin nichts abschlagen und zum anderen“, Garak griff nach Julians Krawatte und zog neckend daran. „ist die Aussicht, dich mehrere Tage wenig bis gar nicht bekleidet zu sehen, durchaus verlockend.“

Julian erwiderte das Lächeln, während er noch ein ganz wenig näher an Elim rutschte. „Und ich dachte immer, du liebst meinen Intellekt ...“

„Korrekt, den liebe ich auch, aber deinen Körper begehre ich.“

„Hmmmm ...“ Die altbekannte Röte schoss dem Jüngeren in die Wangen und ein Kribbeln jagte durch seinen Körper. Garak küsste ihn zärtlich auf die Stirn und wollte sich wieder zu den anderen aufmachen, aber Julian hielt ihn fest. „Bleib noch“, hauchte er ihm ins Ohr und schmiegte sich an ihn.

„Immer“, erwiderte Elim ebenso leise. „Wenn du mich bittest …?“

Julians Herzschlag setzte kurz aus. Wie meinte Elim das jetzt? So, wie er es verstand? Sein Magen begann zu flattern und er schluckte. Zögerlich suchte er den Blick seines Partners, der ihn zärtlich und unerwartet intensiv ansah.
„Elim“, begann Julian und räusperte sich. „Muss ich dich denn bitten zu bleiben?“ Feigling, schimpfte er sich stumm selbst, aber dann lächelte Garak ihn so tief an, dass Julian nicht umhin kam, es genauso zu erwidern.

Sanft strich der Cardassianer seinem Partner über die Wange und schüttelte leicht den Kopf. „Nein, mein Liebster, musst du nicht.“ Elim senkte seine Stirn auf Julians. „Ich hab mich schon lange dazu entschlossen, bei dir zu bleiben ...“

„Das ist gut“, flüsterte Julian zurück und küsste Elim zärtlich. „Lass uns wieder zu den anderen gehen und ihnen Bescheid geben.“

Am Tisch zurück, lächelte ihnen Kal-Jinn bereits zu. „Sie nehmen meine Einladung also an?“

Julian nickte. „Sehr gerne, Kal-Jinn.“

Fröhlich klatschte Jadzia in die Hände. „Super, ich checke gleich morgen unsere Dienstpläne und rede mit Benjamin, wann wir frei bekommen.“ Dann streckte sie sich genüsslich. „Okay, für heute reicht es aber. Komm, Worf, du musst zuhause noch ein Versprechen einlösen.“ Sie zwinkerte ihrem Mann zu und die beiden verabschiedeten sich mit dem Hinweis, dass sie morgen zum Verabschiedungsfrühstück von Kal-Jinn im Replimaten zusammenkommen wollten.

In dem Moment kamen auch Kira und ein deutlich weniger schwankender, wenn auch müder Miles wieder zurück.

„Ich denke, wir machen uns auch allmählich auf den Heimweg?“, schlug Julian Elim und Miles vor. Die beiden nickten und Julian wandte sich an Kira: "Brechen Sie auch auf? Dann können wir ja noch ein Stückchen zusammen gehen."

„Danke, Julian, aber ...“, erwiderte die Bajoranerin und ein verlegener Blick huschte zu Kal-Jinn, der sich lächelnd erhob und eine Arm um Kiras Taille legte. „Nerys äußerte den Wunsch, noch ein wenig zu Tanzen.“

Während Miles' und Garaks Augenbrauen beziehungsweise Stirnwülste in die Höhe schossen, grinste Julian verstehend. „Na, dann wünsch ich noch eine schöne Restnacht.“

Die drei sahen den beiden nach wie sie Richtung Tanzfläche strebten, dann hakte sich Julian links und rechts bei Miles und Elim unter. „Ab nach Hause.“

Gemächlich schlenderten sie das zu dieser Stunde gänzlich leere Promenadendeck entlang, bis Julian plötzlich stehen blieb. „Sagt mal, habt ihr auch Lust auf Kuchen?“

„Spinnst du, es ist mitten in der Nacht!“, brummte Miles ungläubig.

„Was hat das denn mit der Uhrzeit zu tun?“, lachte der Arzt. „Komm schon, ein warmer Brownie mit Vanilleeis ...“

„Klingt wirklich gut ...“, stimmte Miles zögerlich zu und rieb sich den Magen. „Dazu eine Tasse Tee ...“

„ … mit Sahne und Honig ...“

„Okay, überzeugt!“ Zielstrebig steuerte der Ingenieur den gegenüberliegenden Replimaten an, während Garak seinem Partner einen teils belustigten, teils ungläubigen Blick zuwarf. „Ernsthaft, mein liebster Doktor?“

Julian grinste nur, nahm Garak bei der Hand und zog ihn mit sich. Wenig später saßen die drei in stiller Harmonie vor einem großen Teller mit warmen, zartherben Brownies, auf denen das Vanilleeis langsam schmolz. Garak nippte an seinem Tee und schaute mit einem zufriedenen Lächeln zwischen seinem Partner und seinem Freund hin und her. Wer hätte das je erwartet?
Schlusswort: XD Eigentlich sollte das ja ein feuchtfröhlicher bunter Abend werden ... aber Josh ... *seufz* Beschwerden bitte direkt an den fantastischen Josh Groban mit seinen wundervollen Flauschehaaren und der unglaublichen Stimme - und ich bin ja schon ruhig ... ^^


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