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Raindrops von Darchelle

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Leonards Kommunikator piepte.
“McCoy?”
“Pille.” Jim klang, als würde er vor etwas fliehen. “Mach die Krankenstation für zirka ein Dutzend Verletzte bereit. Wir beamen uns gleich hoch.”
“Ein Dutzend? Jim, was ist da unten-” Die Verbindung brach ab und Leonard setzte alles in Gang. Als die Verletzten eintrafen, war Jim nicht darunter.
“Ich bin gleich wieder da.” Er liess die behandelnden Ärzte und Krankenschwestern stehen und suchte Jim. Wie erwartet fand er ihn auf der Brücke, bereits wieder damit beschäftigt, die nächsten Schritte der Mission zu planen.
“Jim, verdammt!” Er sah aus, als wäre er durch einen Fleischwolf gedreht worden. “Du kommst sofort mit.”
Allen Protesten zum Trotz nahm er seinen Freund bei der Hand und zerrte ihn in die Krankenstation.


Fünf Tage unterzieht sich Jim bereits mentalen Trainings und muss gleichzeitig Übungen für seinen Körper absolvieren. Die Resultate fallen eher spärlich aus. Zwar wird er wieder fitter, aber seine Erinnerungen kommen kaum zurück. In dieser Zeit hat er nur ein Bild gesehen, von einem grossen, weissen Feld und einem Monster, das ihn verfolgt hat. Mehr ist da nicht gewesen.
Leonard betrachtet ihn durch die Scheibe des Trainingsraums. Diese Erinnerung hängt mit Spock zusammen. Ausgerechnet. Obwohl Leonard jeden Tag bei seinem Freund ist, erinnert er sich nicht an ihn. Das zermürbt ihn immer mehr.
“Was starren Sie so, Dok?”, fragt Jim grinsend.
Leonard hat gar nicht gemerkt, wie er neben ihn getreten ist.
“Nichts.”
“Was machen Sie eigentlich hier?”
Jim setzt sich an den kleinen Tisch, der sich im Nebenzimmer des Fitnessraums befindet und lässt sich von seinem Pfleger ein Glas Wasser geben.
“Ich beobachte deine Fortschritte.” Leonard ist das irgendwie peinlich und er blickt zu Boden.
“Jeden Tag?” Leonard hat es noch nicht übers Herz gebracht, Jim zu sagen, dass sie eigentlich ein Paar sind und er wird es auch nicht tun, solange der Pfleger hier herumsteht. Oder sonst irgendwann… Er darf nicht...
“Wir sind gute Freunde, Jim. Du weisst es nur nicht mehr”, presst er hervor.
“Das tut mir leid.” Jim klingt so traurig, dass Leonard aufschauen muss.
“Bin… bin ich mit diesem Spock befreundet, von dem ich eine Erinnerung habe?”, fragt er dann etwas beschämt.
Leonard braucht eine Weile, bis er sich gesammelt hat. Diese Frage stört ihn mehr als sie sollte.
“Nicht wirklich”, antwortet er dann wahrheitsgemäss. “Sagen wir, ihr wart auf dem Weg.” Mit dieser Antwort muss er sich zufrieden geben, denn der leitende Arzt hat Leonard und allen anderen der Besatzung verboten, Jim allzu viel zu erzählen. Es sei nicht fördernd. Eine Aussage, die er als Doktor zwar versteht, persönlich jedoch kaum aushält.
“Morgen werde ich das Raumschiff besuchen, von dem ich anscheinend Captain bin”, erzählt Jim etwas lockerer.
“Werden Sie mich dahin auch begleiten?” Es klingt nicht wie ein Vorwurf, fühlt sich aber so an.
“Wenn du das willst?”
Jim zuckt mit den Schultern.
“Ich schaue, ob ich Zeit habe.” Natürlich hat Leonard Zeit. Aber er will nicht aufdringlich erscheinen. Mit einem Schulterklopfen verabschiedet er sich von seinem Freund und fragt nach, wann der Besuch auf der Enterprise geplant ist.

“Setz dich.” Jim gehorchte, da ihm sowieso nichts anderes übrig blieb.
“Ich will dich nie mehr von der Brücke zerren müssen.” Während er Jim behandelte, wurde seine Stimme wieder sanfter. Er machte sich doch bloss Sorgen. Kirk hatte ein Händchen dafür, sich in die Scheisse zu reiten. Eines Tages konnte Leonard ihn nicht mehr retten.
“Es geht mir gut, Pille.”
“Du hast versprochen, mich nie anzulügen, Jim.”
Jim griff nach seiner Hand. “Ich lüge nicht. Wenn du bei mir bist, fühle ich mich immer gut.” Er zog Leonard zu sich hinunter und küsste ihn leidenschaftlich.


Die halbe Brückenbesatzung ist anwesend, als Jim dort eintrifft. Leonard mustert die einzelnen Gesichter. Alle scheinen erleichtert zu sein, dass er wenigstens wieder gehen kann. Sie wirken alle hundert Mal zuversichtlicher als Leonard, was die Rückerlangung der Erinnerungen betrifft.
“Keptin auf der Brücke”, sagt Chekov, als die Tür hinter Jim zugleitet.
Danach ist es ziemlich ruhig. Alle beobachten, wie Jim sich im Raum umsieht, den Sessel anstarrt und sich schliesslich hineinsetzt.
“Das ist wirklich mein Platz?”, fragt er und lacht ungläubig.
“Ja und du bist unausstehlich, wenn du darin sitzt”, murmelt Leonard.
Alle werfen ihm schockierte Blicke zu. Jim grinst nur.
“Irgendwelche Erinnerungen?”, fragt der behandelnde Arzt.
Jim starrt aus dem Panoramafenster vor ihm.
“Etwas ist da…”, murmelt er und Leonard beginnt sich schon Hoffnungen zu machen. Andererseits wäre es nicht so von Vorteil, würde Jim diese Erinnerung hier laut aussprechen…
“Ich glaube, es hängt mit dem Tod meines Vaters zusammen.”
Nero. Natürlich. Jim ist auch mit ihm konfrontiert worden. Wahrscheinlich erinnert er sich an den Romulaner.
“Ich habe den Mörder meines Vaters getroffen!”, ruft Jim plötzlich und reisst die Augen auf. Sogleich wird er aufgeregt und will durch das gesamte Schiff geführt werden. Aber zu aller Enttäuschung bleibt diese Erinnerung die einzige.

Eigentlich hatten sie Landurlaub, aber Jim wollte Pille dennoch auf der Brücke der Enterprise treffen, die gerade von ihrem letzten Abenteuer auf der Erde repariert wurde.
“Was ist, Jim?”, fragte Pille, als er die Brücke betrat.
Jim sass auf dem Captain-Stuhl, mit nichts an als seinen Boxershorts.
“Heilige Scheisse”, murmelte Pille, weil er nicht wusste, ob er das gut oder schlecht finden sollte. Jim sah super aus, ein Bein über die Armlehne geschlagen, den Kopf auf der Hand abgestützt. Er grinste frech und winkte seinen Freund zu sich heran.
“Was soll das?”, fragte dieser, konnte aber nicht verhindern, sich von dem Anblick anturnen zu lassen.
“Das wollte ich schon lange mal machen”, flüsterte Jim verführerisch und zog ihn zu sich auf den Schoss.
“Oh, das ist sicher verboten.”
“Scheiss drauf.” Jim knöpfte Pilles Hemd auf.
“Wenn uns jemand erwischt…”
“Halt die Klappe.” Um seinen Freund zum Schweigen zu bringen, küsste Jim ihn lange und leidenschaftlich. Danach ging alles ziemlich schnell.


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