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Reviews für Staub

Name: Gabi (angemeldet) · Datum: 21.08.17 10:51 · Für: Kapitel 1

Liebe werewolf,

 

ich hatte Deine Geschichten bereits zur Challenge gelesen, aber ich habe mit dem Review ein wenig gezögert. Deine Art, wie Du immer wieder Kriegsgeschehnisse aufarbeitest, finde ich sehr gut gemacht, Deine Charaktere sind sympathisch und glaubhaft, ihre innere Zerrissenheit kommt nachvollziehbar herüber.

Ich wünschte mir nur manches Mal, dass Du dafür ein Kriegsszenario wie die Kriege gegen die Klingonen oder gegen die Föderation verwendet hättest. Ich hatte es ja schon ein paar Mal angesprochen, dass es mich irritiert, wie Du die Situation auf Bajor als Krieg mit zwei Parteien beschreibst, wenn Bajor laut Canon Besatzungsstatus hatte, keine eigene Regierung und sicherlich keine eigene Armee um irgendeinen offiziellen Krieg zu führen.

 

Daher bin ich immer ein wenig hin und her gerissen, wenn ich Deine wirklich gut geschriebenen Kriegsaufarbeitungsgeschichten lese. Ich muss aktiv die Serie ausblenden, was mir nicht immer gelingt. (Aber das Thema hatten wir ja schon des Öfteren ;) ).

 

Wie gesagt: Ansonsten sind die vier Szenen wieder einmal sehr einfühlsam geschrieben. Als vier Kapitel einer Geschichte wären sie ev. noch besser präsentiert, damit man beim Lesen auch die richtige Reihenfolge einhält.



Antwort des Autors: Ich freue mich, dass du die FF trotzdem magst :) weswegen ich die Storys nicht als Kapitel gepostet habe, habe ich glaube ich schon erwähnt, aber zur Orientierung wäre das vielleicht einfacher ;) LG werewolf


Name: BlueScullyZ (angemeldet) · Datum: 02.07.17 12:18 · Für: Kapitel 1
Zugegebenermaßen lässt es mich gerade etwas rätseln, weshalb Kiar offenbar noch sehr seinem alten Ich ähnelt. Die Schilderungen über die Gefangenschaft klingen sehr nüchtern. Vielleicht resignierend? Aber da lässt sich keine Wut erkennen, kein Zorn. Er ist traurig, dass er seine Kinder nicht um sich hat, aber das war es dann auch schon. Es macht den Anschein, als befände er seine Gefangenschaft als rechtmäßig. Die wengisten Kriegsgefangenen konnten sich das bewahren oder hätten gleichermaßen so unbefangen mit einem Kind umgehen können. Viele sind sehr hart geworden, schweigsam, pragmatisch und unbarmherzig, um zu überleben oder aber sie wurden von den Ereignissen vollkommen verschreckt und gebrochen. Kiar scheint es irgendwie zu schaffen, dass es ihm wenig anzuhaben scheint. Davon gab es nur wenige. Und das trotz schwerer Verletzungen (Narben), beigebrach durch Wachen. Aber kein Hass. Keine Wut. Schwer begreiflich oder bewundernswert ... ich schwanke noch.

Dass das Kind auf einmal auftaucht, hat mich ähnlich überrascht wie ihn. Dass der Junge nicht viel über ihn weiß und die Grausamkeit der Welt noch nicht kennt, ist schön zu wissen. Offenbar hat auch seine Mutter viel guten Einfluss auf ihn, da er einen Cardassianer noch nicht sofort erkennen kann und auch keinen Groll gegen ihn hegt. Sein Vater scheint zumindest eine neutrale Haltung gegen Kiar und seine Gesellen zu haben, aber wenn Rohan öfter in der Wachstube ist, hätte es auch gut sein können, dass er abwertende Äußerungen mitbekommt und diesen Hass und diese Vorurteile übernimmt. Gut, dass das noch nicht passiert ist. Aber ich frag mich auch da, wie es wohl kam, dass das nie passiert ist, wenn er doch öfter dort ist ...

Als Kiar davon berichtet, dass sich Gefangene mit den Wachfrauen eingelassen haben, bin ich ein klitzekleines Bisschen zusammengezuckt. Es kam also noch nie dazu, dass sich männliche Wachen einem Gefangenen Angebote gemacht haben, der diese auch angenommen hat? Oder haben die Herren der Schöpfung das nie getan? Aber Frau sollen sich zu den Gefangenen gelegt haben, es womöglich sogar vorgeschlagen haben? Trotz der Feindschaft zwischen den Völkern?
Vielleicht bin ich da von Gabi etwas getrimmt, aber ich finds schade, dass es nur bei den Frauen Erwähnung findet, während die Männer über diesen "Vorwurf" erhaben scheinen. (Vielleicht hab ich aber auch nur etwas missverstanden).

Die Szene, in der Kiar den Brief an Mirja in den Staub malt, macht gleich noch eine zweite Bezeihung zum Titel deutlich. Einerseits sitzt er da ja quasi im Staub und Dreck, wie er selbst berichtet, aber andererseits bleibt ihm nichts anderes übrig, als seine Gedanken in selbigen zu schreiben. Da ihn ohnehin niemand lesen wird, braucht er es ja auch nicht mehr zu chiffrieren und tut es auch nicht. Da liest man mal zum ersten Mal, wie nah er daran ist, sich dem allem zu ergeben und seinen Tod als Möglichkeit wahrzunehmen. Er ist also schon ziemlich am Ende, was nach drei Jahren Kriegsgefangenschaft leider nachvollziehbar ist.
Ich hab mich also entschieden. Dass Kiar seine Offenheit gegenüber den Bajonarern bewahrt hat und sie nicht alle über einen scharfen Kamm schert, ist bewundernswert. Hoffentlich hält er es durch, bis er doch irgendwann nach Hause kann.

Antwort des Autors: Danke für dein Review :) dass er so nüchtern über seine Gefangenschaft denkt, ist zum Teil sein Charakter (er ist keine sehr emotionale Person), aber auch Selbstschutz. Er weigert sich innerlich, die Geschehnisse an sich heran zu lassen (wobei er das natürlich nicht ganz verhindern kann), und empfindet es als eine gewisse Sicherheit, die Dinge zu betrachten, als gingen sie ihn eigentlich gar nichts an. Wobei da natürlich auch andere Interpretationen möglich sind :) Dass der Punkt mit den Frauen ein "Stein des Anstoßes" ist, habe ich mir schon gedacht und es war auch nicht unbeabsichtigt ;) Ich erhebe mit dem, was Kiar aufzählt, keinen Anspruch auf Vollständigkeit, was in dem Lager passiert. Sicher gibt es auch Männer, die das dort tun, aber Kiar konzentriert sich auf das, was ihm schon begegnet ist, und hypothetisiert nicht, was noch kommen könnte (er hat ja schon genug am Hals). Frauen als "Täter" (nicht nur hinsichtlich sexueller Übergriffe) werden nahezu nie thematisiert (zumindest ist mir das noch nahezu nie begegnet), und ich habe mich entschlossen, solchen Dingen (auch wenn sie zum Glück selten sind) in dieser und auch einer anderen FF eine Bühne zu geben, was sicher nicht bei allen Lesern auf Zuspruch stößt. Dass man beim Lesen zusammenschreckt, ist durchaus beabsichtigt, das soll auch keine FF "zum Wohlfühlen" sein. Aber um das zu beantworten, du hast es missverstanden, dass Männer über den Vorwurf erhaben sind, ich habe mich nur entschieden, den Schwerpunkt anders zu setzen :) Dass du die doppelte Bedeutung vom Schreiben im Staub erkannt hast, freut mich sehr :) Auch hier gilt: Wenn noch etwas unklar ist, antworte ich gerne weiterführend per PN :) LG werewolf


Name: MaLi (angemeldet) · Datum: 18.06.17 15:26 · Für: Kapitel 1

Wow, zwar ein trauriger, aber ein sehr intensiver Abschluss der vier Beiträge. Es ist nicht so gekommen, wie ich es mir erhofft habe, wurde aber auch nicht enttäuscht.
Eine sehr realistische Begegnung zwischen Kiar und den Bajoranern. Du hast die Seite von jedem sehr nachvollziehbar erklärt und jeder der Drei bringt dem anderen den höchst möglichen Respekt entgegen. Kiar versucht auch geradezu, den Jungen so gut es geht vor den schlimmen Eindrücken zu schützen, die eigentlich in diesem Lager herrschen. Auch freue ich mich, dass die Bajoranerin (fast) vorurteilsfrei an ihn heran geht. Die Gespräche wirken weder gekünstelt noch übertrieben, sondern einfach so, wie ein richtiges Gespräch zwischen zwei „Feinden“ ablaufen könnte, die im Grunde ihres Herzens eigentlich gar nichts gegeneinander haben …

Wie traurig, dass Kiar den lieben Brief an Mirja nur in den Staub schreiben kann. Der hätte ihr bestimmt sehr gut getan und eine grosse Last von ihr genommen. Es ist aber auch absolut verständlich, dass er nach all den Jahren kaum noch Kraft hat, zu hoffen. Der Geist mag den Körper zwar übernatürlich lange am Leben halten, aber wenn das Fleisch dann endgültig versagt, vermag auch ein starker Wille und Hoffnung nichts mehr zu richten.
Du schreibst im Schlusswort, dass du an einer Fortsetzung schreibst. Das fände ich super! Gerade auch, weil ich mir doch wünsche, auch mal eine düstere Geschichte mit Happy End von dir lesen zu dürfen ;)



Antwort des Autors: Die Fortsetzung zählt schon über 50 Seiten :) und ich werde sie auf jeden Fall fertig schreiben. Die Begegnung der Drei war ein eher spontaner Einfall von mir und es freut mich, dass er so gut angekommen ist :) dass die Bajoranerin im Grunde des Herzens nichts gegen ihn hat, sollte vermittelt werden und es ist schön, dass das angekommen ist. Dass Kiar hier nun aufgegeben hat, war eigentlich auch nicht im Plan, aber es passte, denn nach jahrelanger Gefangenschaft ist das Durchhaltevermögen wahrscheinlich auch irgendwann erschöpft. An dieser Stelle danke fürs Lesen dieser Storyreihe :) ich freue mich immer sehr über deine tollen Kommentare! LG werewolf


Name: Racussa (angemeldet) · Datum: 25.05.17 06:55 · Für: Kapitel 1
Eine sehr nachdenkliche Geschichte. Ich bin mir nur grade nicht über den Hintergrund klar: Ist es ein bajoranisches Lager für Cardassianer auf Bajor? Wo kommen dann die Gefangenen her, die waren doch im Dominionkrieg zuletzt auf derselben Seite? Oder ist das vor dem Krieg, nach dem Ende der Besatzung, aber warum sind dann nicht alle Cardassianer zurück in ihrem Reich?

Antwort des Autors: Danke für dein Review :) das ist nach dem Ende der Besatzung. Ich bin davon ausgegangen, dass es wie bei eigentlich allen kriegerischen Auseinandersetzungen da auch Gefangene gab (auf beiden Seiten), von denen offiziell nicht mal immer was bekannt war und die auch erst mal behalten wurden, um sie zur Verhandlung zu nutzen. Alles klar oder gibt es noch Fragen ? Stehe über PN gerne Rede und Antwort. LG werewolf


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