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Name: Iska (angemeldet) · Datum: 26.08.17 10:14 · Für: Tidan'ji'ne? - Hörst du mich?
Tolle Geschichte, sehr traurig, aber gut geschrieben. Das einzige, was ich mich beim Lesen gefragt habe, war: Wo ist Lons Vater? Er wird ja ein paar mal erwähnt, aber was hat er für ein Verhältnis zu seinem Sohn und bekommt er mit, wie die Mutter ihn behandelt? Das kam mir in der Geschichte etwas zu kurz.
Ansonsten fand ich die Idee sehr interessant, das Lons Probleme daher rühren, dass er für einen Betazoiden sozusagen behindert ist und dass sein Umgebung mit dieser Behinderung nicht zurecht kam.
Ich würde gern weitere Kapitel lesen und erfahren, wie es mit Lon weiterging, wie er beim Maquis gelandet ist usw.

Antwort des Autors: Vielen Dank für dein liebes Review, Iska *freu*

Lons Vater bekommt noch gesonderte Aufmerksamkeit, denn die Geschichte ist ja noch nicht zu Ende. Aber so, wie du ihn hier liest, verhält er sich auch. Glänzt mit Abwesenheit und versucht einfach, nie dort zu sein, wo man ihn brauchen würde. Ich find's klasse, dass du dabei bist und auch ein paar Zeilen da lässt :) Ich muss das gerade hervorheben, weil die meisten Leser hier ja nicht registriert sind und dementsprechend "ghostreading" betreiben. Da tut jemand, der wirklich ein Feedback hinterlässt, wirklich gut. Vielen, vielen Dank :)


Name: Amber (angemeldet) · Datum: 09.07.17 19:16 · Für: Nichudan'ji'ne? - Spürst du mich?
Echt, Schatz. :( Es ist so kalt und grausam, ich würge mich regelrecht durch. Wäre es nicht von dir, ich hätte bereits nach Kapitel 1 aufgehört. Aber ich weiß, wie viel dir Loni bedeutet und darum bleib ich an eurer Seite. Und schicke ihm Iza! Versprochen, wenigstens einen Tag Licht und Liebe, das braucht er. :( Ganz bittere Kost, deine Geschichte, weil viel zu real. Bah. *zu juliwuli kriech*

Antwort des Autors: Och, Julo... Wenn dich das Ding so sehr mitnimmt, dann sollst es doch nicht lesen! :( Man. Auch, wenn ich mich wahrlich geehrt fühle, dass du dich trotzdem durchkämpfst - bitte denk an deine Gesundheit, denn die geht mal wirklich vor!


Name: Gabi (angemeldet) · Datum: 06.07.17 08:48 · Für: Nichudan'ji'ne? - Spürst du mich?

OH mann! Der Arzt war ja der totale Lichtblick! da hatte ich für ein paar sinnlose Sekunden tatsächlich die minimale Hoffnung, dass jetzt jemand mit Verständnis in Lons Leben tritt. Er erkennt das Problem, er ist freundlich, er möchte ihn wiedersehen ... und die Mutter packt es mal wieder nicht, einen Schritt nach vorne zu tun.

 

Natürlich, es darf nicht gut ausgehen, man weiß ja, wo der Charakter endet, aber die Hoffnung bekommt man dennoch beim Lesen des Abschnitts. :(

 

Wie Du dann beschreibst, wie er sich selbst versucht zu trösten, indem er sich selbst den Rücken streicheln möchte ... brrrr! Da läuft es wieder ganz kalt den Rücken runter.

 

Nein, leichte Kost zum Lesen ist das wirklich nicht, was Du da schreibst, Ijan. Aber es ist sehr gut geschrieben, und es öffnet ein wenig die Augen, finde ich. Jedenfalls ich beginne sofort zu reflektieren "wie verhalte ich mich? wo mache ich mich eventuell aus Unachtsamkeit der psychischen Gewalt schuldig?" Ein irrsinns wichtiges Thema, mit dem man am liebsten gar nichs zu tun haben möchte (ich muss das halt rein berufsmäßig schon machen)

 

Sehr poetisch fand ich den Schlußssatz mit den Traurigkeitstermiten. Das hinterlässt den Leser so ein klitzeklitzeklitzekleines bisschen mit einem Hoffnungsschimmer.



Antwort des Autors: Ja, potzblitz, Dr.Arzt hätte so viel helfen können, aber blöde Mutter hat alles kaputt gemacht :( Natürlich, denn das musste sie ja auch - nur weitere fünf Minuten bei dem feinfühligen Mann und er hätte sofort durchschaut, dass sie sich einen Dreck um ihr Kind schert und es komplett verwahrlosen lässt. Die Frau hat längst den Punkt überschritten, wo es noch möglich gewesen wäre, sich ohne Scham und Kritik Hilfe zu holen. Das geht jetzt nicht mehr, denn dann würde man sie nen Kopf kürzer machen für das, was sie getan -oder eben auch nicht getan- hat.

Ohje, Gabi, ich kann mir nicht vorstellen, dass du dich in irgendeinem Punkt der psychischen Gewalt schuldig machst. Wirklich nicht. Auch, wenn es manchmal Zoff in der Familie gibt, wie es in jeder einzelnen vorkommt, so muss eine ganze Menge mehr (oder eben viel viel weniger, zb Ignoranz) passieren, damit es Nuancen von psychischer Gewalt bekommt. Und so, wie du über deine Jungs schreibst und reflektierst - never ever.

Und eben weil es völlig unhinnehmbar ist, wo Lon endet, muss ich alles neu schreiben und retten! Danke, Paramount :D


Name: Gabi (angemeldet) · Datum: 06.07.17 08:39 · Für: Dakchudan'ji'ne? ~ Siehst du mich?

Ne, also das ist echt übelster Tobak, den Du hier schreibst, Ijan. Wir hatten uns doch darüber unterhalten, was einen beim Lesen mitnimmt ... nun DEINE Geschichte nimmt mit total mit. Diese Kälte und dieses Unverständnis beschreibst Du so fürchterlich realistisch, dass man fast heulen möchte.

Ganz besonders grausam fand ich die Passage mit dem Herzton-Tier. Wenn ich mir vorstelle, wie er dann mit den Fetzen noch im Bett liegt ... und dann dieses nüchterne sie warf es weg, ohne ihm ein Sterbenswörtchen davon zu sagen. ... Puh! Das schreibst Du wirklich hervorragend, liebe Ijan. Man möchte das am liebsten ins Reich der Fiktion schicken, ist sich aber leider bewusst, dass solcher Umgang mit Kindern tatsächlich passiert.

 

Und gerade weil es Kinder betrifft, trifft es bei auch so sehr ins Schwarze. Wie man sich denjenigen gegenüber verhalten kann, die sich nicht wehren können, die uns als Vorbildfunktion brauchen ... das werde ich niemals verstehen

 

Du wühlst mich wahrlich total auf mit Deiner Geschichte. Irgendwie würde ich jetzt gerne losflitzen und meine Jungs von der Schule zu mir holen, um sie einmal kräftg durchzuknuddeln.



Antwort des Autors: Es ist grundsätzlich immer ein guter Zeitpunkt, um die Jungs kräftig durchzuknuddeln :D Nur nicht beim Playstation zocken. Und beim Fußball spielen. Und beim TWD gucken. Und wenn die Zimmertür zu ist und ein leuchtend rotes "Zutritt verboten" Schild dranhängt. Und wenn gerade Cannibal Corpse (oder wahlweise klingonische Kriegsgesänge) aus dem Zimmer dröhnt. Aber hey - auch wenns kein guter Zeitpunkt ist, sie genießen es trotzdem. Ganz sicher ^^

Ich glaub, das ist das schlimme an Lonis Zustand: Da hat er mal etwas, das ihm hilft, auch wenn es nur ein Plüschtier ist, und dann macht er es kaputt, ohne es zu wollen. Er erfährt nie Stabilität und Beständigkeit und das müsste er so dringend. Kaum hat er etwas, das ihm Halt gibt, ist es im nächsten Moment schon wieder weg. Aber wenn es dich tröstet, mich macht diese Geschichte selber fertig beim Schreiben. Deshalb geht das nur manchmal und die Kapitel sind kurz - anders würde es gar nicht gehen. Danke, dass du dabei bleibst und trotzdem mitliest *knuddel* Ich freu mich riesig über dein Feedback!


Name: MaLi (angemeldet) · Datum: 19.06.17 23:47 · Für: Nichudan'ji'ne? - Spürst du mich?

Wie obergemein und fies, ihn in einen SCHALLDICHTEN Raum einzusperren! :’( Was, wenn er Hilfe braucht? Wenn irgendwie was ist? Die Gurte zu fest, so dass es ihm das Blut abschnürt? Oder eben, ja, er mal „raus“ muss?
Total unmenschlich und gemein. Eingesperrt wie Vieh und zurückgelassen, wie ein Sportgerät, das nur ein mal die Woche gebraucht wurde. Wenigstens, muss man fast sagen, ist nicht auch noch eine Schimpftirade deswegen über ihm losgelassen worden!

Die Rückblicke in seine Kindheit sind einfach … :’( Und das Traurigste daran: Man kann noch so grausam schreiben, noch so „fantasieren“, noch so sadistisch sein, es gibt IMMER jemanden, der das genau so durchleben musste …
Das finde ich, ist das Schlimmste an dieser Geschichte. Dieser grausam hohe Wahrheitsgehalt, der ungeschönte Blick auf Tatsachen und das Gesicht einer Menschheit, wie sie wirklich hier und jetzt existiert.
Und wie er sich dann ständig selber die Schuld gibt. Brav seiner Programmierung folgend, nimmt er alles auf sich, bürdet sich, neben dem Hass seiner Mutter, auch noch den Hass auf sich selbst auf. Egal was passiert, IMMER ist es SEINE Schuld. Er nimmt es hin, akzeptiert es und nickt es ab. Bald wird alles besser, weil ICH mich bessern werde! Aber so läuft es nicht, Schatz, denn es liegt nun mal NICHT an dir :’(

Dieses Kapitel ist wieder sehr lebensnah, grausam, realistisch und eindringlich geschrieben. Man versteht seine Gedanken, leidet mit und hofft mit ihm, dass dieser grausame Albtraum einfach nur ein Ende finden möge …



Antwort des Autors: Ja, du hast völlig Recht. Und das ist auch der Grund, warum mir diese Geschichte nur sehr, sehr schwer aus der Hand geht. Ich sitz hier mit Unterwasserkamera vor dem Monitor, wenn ich das schreibe. Ich wünschte ihm so sehr einen Komra, einen Narumek, ein MHN, eine Kes - und zwar JETZT UND HIER und nicht erst in vielen Jahren :(

"Dr.Arzt" hat es erkannt - und "Dr.Arzt" wurde nie wieder besucht. Hätte ja merken können, dass Mimai sich einen Teufel um ihr Kind schert. Hätte ja eingreifen und ihr sagen können, dass sie eine scheiss Mutter ist. Das Schlimme daran ist, dass ich solche Eltern nicht verstehe - nicht auf Betazed und nicht hier auf der Erde. Der einzige Trost, den ich geben kann: Er wird nicht immer leiden müssen. Es wird eine Zeit kommen, in der alles heile gemacht wird und Loni endlich alles bekommt, was er hier so sehr vermisst. :)))


Name: MaLi (angemeldet) · Datum: 09.06.17 20:48 · Für: Dakchudan'ji'ne? ~ Siehst du mich?

Boah ich HASSE diesen Tonfall! >.< Als würde sie mit einem tumben Kleinkind sprechen, das nichts auf die Reihe kriegt. Dieses „Schätzchen, hör auf mich, denn ich bin tausend Mal klüger als du und weiss das ganz, ganz bestimmt alles viel besser!“
Aarrrghhhhh! Ich habe dir ja privat schon gesagt, was ich von dieser Therapeutin und der Art der „Therapie“ halte, aber: Aaaarrrrhhhh! Es ist einfach unfassbar, genau darum, weil ich auch WEISS. Von Aussen sieht die ganze Welt (in deinem Fall der Leser), wie FALSCH dieses Verhalten der Ärztin ist, wie Lon sich fühlt und wie man helfen könnte, doch niemand greift ein, niemand TUT etwas, obwohl man davon ÜBERZEUGT ist, dass Hilfe ANGEBRACHT wäre …

*keuch* Dieses Thema macht mich so wütend!!! (Und das soll ein Kompliment sein, und bedeutet, dass du das einfach so realistisch, lebensnah und authentisch rüber bringst, dass ich wirklich das Gefühl habe, da eingreifen zu müssen!!) Ich sehe den lieben, unschuldigen Billy vor mir und dann kommt mir die Galle hoch!!
Und alleine dieser Satz: „(…) durch das kleine Fenster in der Tür studieren, wie er darauf reagierte (…)“ Die GAFFEN noch zu und STUDIEREN ihn, wie einen dämlichen Schimpansen mit Bauklötzen. Boah, wenn ich mir vorstelle, wie die da steht, durch das Fenster glotzt und … Sorry muss aufhören, sonst flippe ich aus!

Und ja, dann dieses ständige Roulette der Antworten. Was wird sie mir bringen? Endlich Verständnis oder den „Beweis“ für meine Abartigkeit? Sind am Ende beide Antworten falsch? Ist die Wahrheit spektakulär genug oder sollte ich lieber beschönigen/übertreiben/schauspielern? Will mir der Andere helfen oder mich nur ins Verderben reiten? SOLL ich antworten oder doch lieber schweigen? Gerade wieder drei Jahre lang mitgemacht, den Schei***

*Seufz* Ich wusste ja, wie er dafür bestraft werden würde, aber es dann zu lesen … :’( Ich kann ihn ja so gut verstehen! Auch seine „Tricks“ die er angewandt hat, damit Mimai sich im zuwendet. Hatten wir die nicht auch? Wurden die nicht auch verkannt und genau das Gegenteil von dem, was wir erhofft hatten, ist eingetreten? Armer Loni! Armer, armer Loni! :’( Was soll man dazu noch sagen …



Antwort des Autors: Ja, es ist eben, wie du es sagst. Der Witz ist doch, dass das immer noch in tausenden von Psychiatrien genau SO passiert und alle immer sagen, das gibt's nur im Film. Ja, nee, eben nicht. Ich denke, für viele sind psychisch Kranke oder -noch besser- Straftäter (und alle, die es mal werden, so wie Loni) keine Personen mit Rechten oder Würde. Und das wird an Dr.Ujora (ein Schelm, wer da die Miss Ratched drin erkennt ;)) ziemlich deutlich. Man könnte in Versuchung kommen, zu denken, die gute Frau hat selber keine empathischen Fähigkeiten, denn dann würde sie Loni das nicht antun. Aber die betazoidischen Psychodocs und Pfleger sind alle darauf geschult, keine Emotionen von Patienten aufzunehmen.
Er will doch nur das Radio :( Was soll er denn sonst kaputt machen, wenn das "schlimme Gefühl" ihn wieder beutelt? Ich bin noch am Gedanken beobachten, ob Loni mal ein Wochenende zuhause bekommt, oder nicht. Wenn ja, weiss ich jetzt schon, dass das ne handfeste Katastrophe wird.
Danke für dein mitfühlendes (und mitwütendes - zu Recht) Review und dafür, dass du ebenfalls treu dabei bleibst *Herzchen werf* Du weisst, wie viel mir das bedeutet!


Name: Amber (angemeldet) · Datum: 08.06.17 19:24 · Für: Dakchudan'ji'ne? ~ Siehst du mich?
Määääh. Es wird nicht leichter, die Kost, die du mir da servierst. :'( Wie alt ist Loni jetzt in der Geschichte?

Du schaffst es echt, dass man dieses ekelhaft beklemmende Gefühl in der Brust hat und am liebsten schreien will ob der ganzen Ungerechtigkeit. Klar, er i s t aggressiv und dadurch schon gefährlich, aber hey, er sucht nach Hilfe. :( Und die wird ihm komplett verweigert. Sogar das winzigste bisschen.

Juloschatz, ich mag die Geschichte nicht. Ganz ehrlich. Dein Stil ist toll, ich liebe diese Mischung aus emotional und distanziert - das passt perfekt. Und auch, dass du hier keine hochtrabende Abhandlung schreibst sondern auch mit echten (bis dato unbekannten ^^ ) Wörtern um dich wirfst: geschlörrt. :D

Aber ich will trotzdem wissen, wie es weitergeht und warte schon auf das nächste Kapitel!

:*

Antwort des Autors: Ich glaube, mit dem Nicht-Mögen der Geschichte machst du es genau richtig. Wenn man sie tatsächlich mögen würde - so wie man einen Disneyfilm mag, dann hätte ich irgendwas falsch gemacht.
Wie alt Loni ist, wird noch deutlich - er fängt gerade mit Pubertieren an. Noch wäre es so einfach, ihn zu "retten", ihn zu "heilen", bzw, ihn wieder auf den richtigen Weg zu bringen, aber niemand will auch wirklich hinsehen.
"Schlörren" kanntest du nicht? :D Ey, voll dem normalen Wort hier in Pott! Aber hey - ich hab dein "schmulen" adaptiert, da adaptierst du bestimmt auch das "schlörren" - wetten? :D Danke für dein Review, Julo und danke, dass du trotz aller Schwere der Geschichte weiter dran bleibst und liest :))))


Name: Drago (angemeldet) · Datum: 05.04.17 13:50 · Für: Tidan'ji'ne? - Hörst du mich?
Die Story ist wunderbar.

Ich hab mich schon oft gefragt, woher Lons Gewalt kommt und nachdem ich das gelesen habe, denke ich mir; so könnte es wirklich gewesen sein. Man bekommt glatt das Bedürfnis, Lons Mutter ins Gesicht zu sagen, wie fundamental mies sie sich verhält / verhalten hat.

Du schreibst von dem kleinen Lon und dem Erwachsenen so dermaßen hart realistisch, das diese Kurzgeschichte Schritt halten könnte mit der Aussagekraft eines ganze Romans.

Lon könnte wirklich dieses gequälte Wesen sein, dem man nie Liebe geschenkt hat und das einen Ausweg sucht und es sich wünscht, das man ihm endlich hilft bzw. das jemand sieht, das er leidet und nicht grundlos alles kurz und klein schlägt, denn das ist ja nur die Oberfläche, darunter ist dieses Wesen, das leidet, das einen Ausweg sucht.

Die letzten Sätze sind die besten. "In einer Sprache, die keine Missverständnisse zulässt" Leider aber doch, denn niemand versteht ihn, keiner aus der Ärzteschaft, obwohl es ein Ausdruck seiner Seele ist.
"Bitte hilf mir" Man bekommt glatt das Bedürfnis ihm zu helfen.

Als Leser leidet man mit Lon. Es ist eigentlich gar keine Kurzgeschichte, es ist eine Meisterleistung.


Du weißt eindeutig, wovon du schreibst.

Antwort des Autors: Ooooohh, Drago! Das ist so ein tolles Review, mir sind glatt Herzchen aus den Ohren geflogen, so geschmeichelt fühle ich mich jetzt! Eben genau das, was du da schreibst, war nämlich mein erster Eindruck, als ich den Charakter Lon Suder das erste mal in VOY gesehen hab. Er ist anfangs dermaßen untangiert und gleichzeitig schimmert aber in seiner Konverstation mit Tuvok durch, wie mies es in seinem Leben gelaufen ist und wie allein er sich fühlt. Zb. dass ihm holografische Gewalt nicht hilft und dass die neurosynaptischen Therapien auch immer ins Leere gelaufen sind. Aber er ist auf seine schusselige, unbeholfene Art und Weise trotzdem zuneigungsfähig - aber verhält sich dabei impulsiv wie ein Kind, das nie gelernt hat, wie es sich ausdrücken muss und wie die sozialen Regeln funktionieren. Er ist grob, weil er die Feinheiten nicht erkennt - für einen Betazoiden absolut fatal. Wenn man darüber nachdenkt, dann kann jemand wie er kein schönes Leben auf Betazed gehabt haben. Bei all den "Defiziten". Sowas kommt von sowas.

Übrigens ist es keine Kurzgeschichte - es kommen noch weitere Kapitel :) Lons Geschichte muss geschrieben werden! Ich danke die für dein wunderbares Review! Das hat mir den Tag verschönert!


Name: Gabi (angemeldet) · Datum: 20.03.17 08:43 · Für: Tidan'ji'ne? - Hörst du mich?

Das ist ja wirklich hammerhart!

Ich muss gleich dazu sagen, dass ich den Charakter Lon Suder nicht kenne, da ich Voyager erst wieder ab der 4. Staffel geschaut habe. Ich muss mal sehen, ob unser Streamingdienst die entsprechende Episode anbietet.

 

Aber ich hatte den Eindruck, dass die Kenntnis des Charakters nicht unbedingt unabdingbar zum Textverständnis ist.

 

Der Ansatz, dass die eigene Mutter mit ihrem Kind nicht zurecht kommt, weil es anders ist, ist so universal, dass die Spezies gleichgültig ist. Alleine der Gedanke, dass sie ihm ihre Aufmerksamkeit und Liebe entzieht, weil sie nicht weiß, wie sie reagieren soll, ist so fürchterlich. Ich muss gestehen, nach dem Lesen bin ich sofort zu meinen Jungs geflitzt und habe sie ganz fest an mich gedrückt. Und ein bisschen Schuldgefühl ist bei mir auch aufgekommen, weil ich auch eine von den Müttern bin, die am PC gerne mal alles vergisst und ein "nicht jetzt" äußert.

 

Bei dieser Art von Geschichten klingt es immer ziemlich unpassend zu schreiben "es hat mir gefallen". Also versuche ich es irgendwie anders zu beschreiben: Dein Stil gefällt mir sehr. Bei Dir passt Inhalt und Stil zusammen, was für mich zu den absolut wichtigsten Kriterien einer Geschichte gehört. Du ziehst den Leser sofort in dieser fürchterliche Welt gegenseitigen Unverständnisses, in diese soziale Kälte, dieses Schweigen.

Eine hammerharte und darum sehr gute Charakterstudie! Da werde ich auf jeden Fall dran bleiben.



Antwort des Autors: *Luft zufächel und dennoch umkipp*

Es sind genau drei Folgen, in denen Lon vorkommt: 2x16 Gewalt/Meld, 2x26 Der Kampf ums Dasein/Basics I, und 3x01 Der Kampf ums Dasein II/Basics II (wenn du sie dir anschaust, vergiss nicht, im Fünfminutentakt gen Fernseher zu rufen: Alter, geh mal zum Frisör, der Pennerlook ist out! :D - Und ich würde sie im englischen Original empfehlen, da seine deutsche Synchronstimme der letzte Dreck ist und den ganzen Charakter total verdirbt und ad absurdum führt).
Da er ein Charakter ist, der eben nur für diese Folgen aus dem Teich gezogen wurde, erfährt man wirklich gar nichts über ihn. Umso mehr Platz hat mein Hirn natürlich, einen Irrsinnsheadcanon zu entwickeln um die kontinentgroßen Lücken zu füllen.
Aber du hast Recht, das Problem ist speziesübergreifend und man muss den Charakter nicht unbedingt kennen um zu verstehen, was da passiert. Ich glaub aber, du musst dir keine Schuldgefühle machen, löbste Gabi - du liebst deine Jungs und das wissen sie und spüren sie! Lons Mimai liebt ihn nicht. Wenn sie es je getan hat, dann hat sie das Gefühl unter ihrem Fluchtreflex und ihrer Überforderung mit ihm so tief begraben, dass es abgestorben ist. Ich freu mich uuuunglaublich, dass dir dieses Kapitel gefallen hat und die Message, die ich dort hineingepackt hab, verstanden wird und ich nicht völlig dran vorbei geschrieben hab! Vielen, vielen, vielen Dank und da'kadanhi :)))



Name: Gunni Dreher (angemeldet) · Datum: 20.03.17 08:35 · Für: Tidan'ji'ne? - Hörst du mich?
Ach Ijan, das ist ein herzzerreißendes Bild, das du da von Lon malst! Das Bild eines gehandicapten Menschen, der in einer Gesellschaft aufwachsen mußte, die kompromißlos auf eine auf Telepathie und Empathie basierende Kommunikation fixiert ist. Bereits die frühe Kindheit verläuft katastrophal unter einer vornehmlich mit sich selbst beschäftigten Mutter, die die Nöte ihres Sohnes nicht sehen kann oder nicht sehen möchte, die nicht wahrhaben will, daß sie es nach Liebe und Verständnis hungern läßt. Auf betroffen machende Weise und geradezu schonungslos läßt du den Leser die Welt durch die Augen des Jungen sehen, eine Welt, die nicht bereit ist, auch nur einen winzigen Schritt auf das Kind zuzugehen, um die trennende Kluft zu überwinden.
Es wirft ein schlechtes Licht auf die betazoidische Gesellschaft, daß sie offenbar keine Strategien entwickelt hat, um solchen Individuen wie Lon zu helfen: Keine Frühuntersuchungen, die das Problem ans Licht bringen, keine Fördermöglichkeiten, keine Konzentration auf verbale Verständigung. Diese Welt ist dermaßen stolz auf ihre fortgeschrittene Kommunikationsweise, daß sie telepathisch Gehörlose gnadenlos hinter sich zurückläßt.
So meisterhaft und eindringlich läßt du den Leser Lons Verzweiflung miterleben, daß es einem nicht mehr möglich ist, noch irgendwelche Distanz zu wahren. Voller Empörung fragt man sich, wer hier in Wahrheit mit Empathielosigkeit geschlagen ist: Das mitleidlos reagierende Umfeld oder der in seinem Kopf eingesperrte arme, kleine Kerl, der am mangelnden Einfühlungsvermögen der anderen verzweifelt und sich im Laufe der Jahre zu immer extremeren Handlungen getrieben sieht.
Zum ersten Mal habe ich eine Vorstellung bekommen, wie Lon zu dem gleichermaßen mörderischen wie verstörten Mann wurde, der er auf der Voyager war. Einfach grandios, Ijan!

Antwort des Autors: Ohhhhh! Ich bin völlig geflashed! (*_*) So viel Lob und so viel Verständnis! Das hätte ich echt nie im Leben erwartet und jetzt muss ich das erstmal gedanklich verpacken :D *Luft zufächel* Weisst du, ich glaub schon, dass Betazed Möglichkeiten gehabt hätte - eben diese Fördereinrichtungen und solche Dinge, aber Lons Eltern sind einfach mal völlig desinteressiert. Sie haben ihn einfach an der nächstgelegenen Stelle abgeliefert ohne sich Gedanken gemacht zu haben, ob es wirklich das Richtige ist. Das sieht man auch in unserer Welt wunderbar, wenn man zu einem Therapeuten geht und der heillos mit einem überfordert ist, aber zu stolz ist, einen als Fall an jemand Kompetenteren abzugeben. Und dann wird blind und ahnungslos in einem herumgepfuscht und noch mehr Schaden angerichtet und am Ende ist man noch bekloppter als vorher. Ich empfinde es als ganz großes Lob, dass es mir gelungen ist, schon in diesem kurzen Kapitel des Pudels Kern rüberzubringen. Ich glaube, wäre Loni von Anfang an an die richtige Stelle gekommen, hätte man das Schlimmste verhindern können. Ich freue mich soooooooooooo sehr über dein tolles Review, Gunni! Es bedeutet mir unglaublich viel! Da'kadanhi. :)))


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